Bitcoin steigt trotz Inflationssinkflug – jetzt droht Fed-Druck

Bitcoin steigt trotz Inflationssinkflug - jetzt droht Fed-Druck
Bitcoin steigt trotz Inflationssinkflug – jetzt droht Fed-Druck (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Bitcoin legte in dieser Woche zu, nachdem die US-Inflationsdaten auf den ersten Blick Entspannung signalisierten. Doch der Eindruck täuscht: Der Rückgang bei der Teuerung kam fast ausschließlich durch billigere Energie zustande. Gleichzeitig zeigen neue US-Daten, dass viele Haushalte weiter ausgeben, obwohl ihre Einkommen nicht im gleichen Tempo wachsen. Das wirft eine entscheidende Frage auf: Kaufen die Amerikaner tatsächlich mehr – oder zahlen sie nur mehr Geld für im Grunde dieselben Dinge?

Billiger Sprit half der Inflation und stützte Bitcoin

Im Juni sank die US-Inflation im Monatsvergleich um 0,4% – der stärkste Rückgang seit 2020. Dadurch fiel die Jahresteuerung auf 3,5%. Der Hauptgrund war jedoch allein die Energiekomponente: Öl und Benzin wurden im Zuge der Waffenruhe im Nahen Osten günstiger.

Ohne Energie blieb die sogenannte Kerninflation dagegen unverändert. Sie lag weiter bei 2,6% im Jahresvergleich. Das heißt: Die vermeintlich guten Inflationsdaten waren weniger ein Zeichen breiter Entspannung als vielmehr das Ergebnis eines einzelnen, schwankungsanfälligen Faktors.

Für Bitcoin war das dennoch zunächst positiv. Anleger hofften, dass die US-Notenbank Fed bei nachlassender Inflation weniger Druck hätte, die Zinsen weiter anzuheben. In diesem Umfeld stieg Bitcoin wieder in Richtung 64.700 US-Dollar.

US-Konsumenten geben weiter Geld aus – aber das Bild ist verzerrt

Die neuen Einzelhandelsdaten aus den USA zeigten im Juni nur ein Plus von 0,2%. Das wirkt auf den ersten Blick schwach. Allerdings lag die Hauptbelastung erneut beim Benzin: Weil die Spritpreise sanken, gingen die Umsätze an Tankstellen deutlich zurück. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Menschen weniger konsumierten.

Rechnet man Autos und Benzin heraus, stiegen die Umsätze sogar um 0,4%. Eine für das BIP besonders wichtige Kontrollgruppe legte um solide 0,5% zu. Vor allem Onlinehandel und Autohäuser verzeichneten Zuwächse.

Das Problem: Die Einzelhandelszahlen werden in nominalen Dollar gemeldet und nicht um Inflation bereinigt. Steigen Preise, kann der Konsum also stärker aussehen, als er tatsächlich ist. Schon im Mai zeigte sich dieser Effekt: Das gemeldete Umsatzplus von 0,9% entsprach inflationsbereinigt nur etwa 0,4% realem Wachstum.

Hinzu kommt ein weiteres Warnsignal: Die Industrieproduktion in den USA trat im Juni auf der Stelle. Besonders die Produktion langlebiger Güter ging zurück. Wäre die Nachfrage der Verbraucher wirklich deutlich stärker, müssten die Fabriken ihre Produktion eigentlich hochfahren. Genau das ist aber nicht passiert.

Das spricht dafür, dass ein Teil der höheren Ausgaben nicht auf mehr gekaufte Waren zurückgeht, sondern auf höhere Preise und auf importierte Produkte statt auf mehr heimische Produktion.

Warum das für Bitcoin schnell wieder zum Problem werden kann

Für den Kryptomarkt ist das eine heikle Gemengelage. Einerseits hat der schwächere Inflationswert Bitcoin kurzfristig Rückenwind gegeben. Andererseits zeigen die Detaildaten, dass der US-Konsum robuster bleibt, als die Überschrift vermuten lässt. Das könnte die Fed davon abhalten, die Zinsen zu senken.

Gleichzeitig bleibt die Kerninflation hartnäckig, während die Industrie schwächelt. Das ist eine ungünstige Kombination: stabile Ausgaben, aber kein überzeugendes Wachstum bei der Produktion. In so einer Lage dürfte die Fed vorsichtig bleiben – oder sogar gezwungen sein, die Zinsen länger hoch zu halten.

Genau das belastet in der Regel riskantere Anlagen wie Bitcoin. Höhere Zinsen entziehen spekulativen Märkten Liquidität und machen sichere Anlagen attraktiver.

Zusätzlichen Druck erzeugen die Inflationserwartungen der Verbraucher. Laut einer Umfrage der New York Fed rechnen US-Haushalte in den kommenden zwölf Monaten mit Ausgaben, die um 5% steigen, während ihre Einkommen nur um 3% zulegen sollen. Besonders stark erwarten sie Preissteigerungen bei Dingen, die man kaum vermeiden kann: Mieten sollen um 8,3% steigen, Gesundheitskosten sogar um 9,4%.

Das zeigt, warum die Entlastung durch billigere Energie nur begrenzt hilft. Sinkende Spritpreise verbessern die Schlagzeilen, aber sie lösen nicht das Problem bei den großen, festen Alltagskosten. Für Bitcoin bedeutet das: Die jüngste Erholung könnte fragil bleiben, wenn höhere Ölpreise, feste Kerninflation und Zinssorgen schon in den kommenden Wochen wieder in den Vordergrund rücken.

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