Bitcoin hat die monatelange Lethargie brutal abgeschüttelt und ist zeitweise bis auf rund 79.500 Dollar gestiegen. Innerhalb weniger Tage legte BTC damit mehr als 20 Prozent zu. Doch ausgerechnet in diese neue Euphorie hinein bleibt Analyst CryptoCon bei seiner Warnung: Für ihn ist der Bärenmarkt noch nicht vorbei und genau die aktuelle Stärke könnte Anleger zu früh auf die bullische Seite locken.
Damit steht Bitcoin vor einem heiklen Wendepunkt. Hält sich der Kurs oberhalb der zurückeroberten Ausbruchszone, bekommt die Erholung immer mehr Substanz. Kippt BTC dagegen wieder deutlich zurück, würde ausgerechnet der spektakuläre Sprung Richtung 80.000 Dollar zum möglichen Bull-Trap-Signal.
>> Jetzt einsteigen: Bitcoin kaufen <<
Warum CryptoCon der Rallye noch nicht traut
CryptoCon stellt sich derzeit bewusst gegen die wachsende Zahl bullischer Stimmen. Sein Argument: Auch in früheren Bärenmärkten gab es kräftige Erholungen, die zeitweise wie ein endgültiger Boden aussahen. Der jüngste Ausbruch ändere deshalb noch nichts an seiner Einschätzung, dass der aktuelle Zyklus nicht abgeschlossen sei.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenBesonders auffällig ist für ihn der zeitliche Ablauf. Nach seiner Halving-Cycles-Theorie beginnt das eigentliche Zeitfenster für einen finalen Zyklusboden erst im November 2026 und reicht bis Januar 2027. Gleichzeitig verweist er darauf, dass bereits mehrere Indikatoren Boden-Signale oder bullische Divergenzen zeigen. Genau das macht die Situation gefährlich: Die Daten sind stark genug, um eine Trendwende glaubwürdig wirken zu lassen, aber nach seiner Interpretation noch nicht vollständig genug, um den Bärenmarkt für beendet zu erklären.
Schon nach dem Ausbruch aus der zuvor 72 Tage dauernden Handelsspanne hatte CryptoCon darauf hingewiesen, dass auch eine frühere Bärenmarkt-Range zunächst nach oben verlassen wurde, bevor Bitcoin anschließend neue Tiefs markierte. Ein Ausbruch allein ist für ihn deshalb noch keine Entwarnung.
Die Bullen haben jetzt allerdings ein starkes Gegenargument
Die aktuelle Rallye besteht nicht nur aus Hoffnung. Hinter der Bewegung stehen mehrere konkrete Treiber.
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 20. August netto rund 606 Millionen Dollar Zuflüsse. Gleichzeitig wurden durch den schnellen Kursanstieg massive Short-Positionen aus dem Markt gedrückt. Seit Beginn der Rallye sollen marktweit Short-Positionen im Milliardenbereich liquidiert worden sein. Dazu kamen fallende US-Anleiherenditen, ein schwächerer Dollar und neue regulatorische Hoffnungen rund um den CLARITY Act.
Das verändert den Charakter der Bewegung. Solange institutionelles Kapital nachfließt und Rücksetzer oberhalb der alten Ausbruchszone aufgefangen werden, wird die These einer bloßen Bärenmarkt-Rally schwerer aufrechtzuerhalten.
Genau deshalb ist die Lage jetzt so interessant: CryptoCons Modell spricht weiter für Geduld, während der reale Kapitalfluss plötzlich deutlich bullischer aussieht.
Jetzt zählt die Zone unter 80.000 Dollar
Bitcoin notiert am Samstagmorgen wieder im Bereich von rund 78.000 Dollar, nachdem der Kurs am Freitag bei etwa 79.300 bis 79.500 Dollar sein bisheriges Hoch der Rally erreicht hatte.
Für Anleger wird jetzt entscheidend, was nach dem ersten Euphorie-Schub passiert. Bleibt BTC oberhalb von etwa 75.000 Dollar stabil und gelingt anschließend ein sauberer Ausbruch über die 80.000-Dollar-Zone, würde die Rallye einen weiteren wichtigen Belastungstest bestehen.
Ein schneller Rückfall unter 75.000 Dollar wäre dagegen das erste klare Warnsignal. Noch kritischer würde es, wenn auch der Bereich um 70.000 Dollar wieder verloren geht. Dann würde der vermeintliche Befreiungsschlag plötzlich deutlich stärker nach einer überhitzten Bärenmarkt-Rallye aussehen.
CryptoCon hatte in seinen Bear-Band-Modellen zuvor sogar deutlich tiefere Bereiche um 46.000 Dollar als mögliche spätere Zone genannt. Diese Projektion ist bislang nicht eingetreten und steht nun unter erheblich größerem Druck, nachdem Bitcoin in wenigen Tagen fast bis 80.000 Dollar durchgestartet ist.
Der Markt liefert damit einen selten klaren Konflikt: Entweder Bitcoin bestätigt oberhalb von 75.000 bis 80.000 Dollar einen echten Trendwechsel, oder die stärkste Rallye seit Monaten wird genau zu der Falle, vor der CryptoCon warnt. Jetzt zählt, ob die Käufer den Ausbruch auch verteidigen können.