Bitcoin rutscht unter 63.000 US-Dollar wegen Iran-Krise

Bitcoin rutscht unter 63.000 US-Dollar wegen Iran-Krise
Bitcoin rutscht unter 63.000 US-Dollar wegen Iran-Krise (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Bitcoin ist unter die Marke von 63.000 US-Dollar gefallen, nachdem die neue Eskalation zwischen den USA und dem Iran die Märkte unter Druck gesetzt hat. Steigende Ölpreise, höhere Anleiherenditen und die Sorge vor einer längeren Störung in der Straße von Hormus sorgten für Unsicherheit. Anleger setzten damit erneut auf Vorsicht statt auf Risiko.

Bitcoin gerät mit den Risikomärkten unter Druck

Zum Zeitpunkt der Erhebung wurde Bitcoin bei rund 62.940 US-Dollar gehandelt und lag damit innerhalb von 24 Stunden etwa 1,4 % im Minus. Auch andere große Kryptowährungen wie Ethereum, XRP und Solana gaben leicht nach, blieben aber jeweils unter einem Verlust von 2 %.

Die schwächeren Kurse führten am Derivatemarkt zu deutlichen Folgen: Laut Marktdaten wurden innerhalb eines Tages Krypto-Positionen im Wert von 252,9 Millionen US-Dollar liquidiert. Besonders betroffen waren Händler mit gehebelten Long-Positionen, also Wetten auf steigende Preise. Solche Zwangsschließungen können Kursrückgänge zusätzlich beschleunigen.

Damit zeigte sich erneut, dass Bitcoin in angespannten Marktphasen kurzfristig nicht automatisch als sicherer Hafen betrachtet wird. Stattdessen bewegte sich die Kryptowährung weitgehend im Gleichklang mit anderen risikoreichen Anlagen wie Tech-Aktien.

Straße von Hormus wird zum Auslöser neuer Inflationssorgen

Im Mittelpunkt der geopolitischen Lage steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Durch diese Meerenge läuft ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels. Entsprechend nervös reagieren die Märkte auf jede Meldung über mögliche Einschränkungen des Schiffsverkehrs.

Während das US-Militär betont, die Route bleibe für die zivile Schifffahrt offen, stellt der Iran diese Darstellung infrage. Gerade diese widersprüchlichen Aussagen erhöhen die Unsicherheit. Auf dem Prognosemarkt Polymarket wurde zuletzt nur noch eine 3-%-Chance dafür eingepreist, dass sich der Schiffsverkehr bis Ende Juli wieder normalisiert.

Die Folge: Der Ölpreis zog spürbar an. Brent verteuerte sich zeitweise um bis zu 4 % und näherte sich der Marke von 80 US-Dollar pro Barrel. Höhere Energiepreise wecken an den Finanzmärkten sofort die Sorge, dass die Inflation länger hoch bleiben könnte.

Für Bitcoin ist das wichtig, weil eine hartnäckige Inflation die US-Notenbank dazu zwingen könnte, die Zinsen länger hoch zu halten oder sogar weiter zu straffen. Höhere Zinsen und steigende Renditen gelten in der Regel als Belastung für Anlagen ohne laufende Erträge, also auch für Bitcoin und Gold.

Asiens Börsen brechen ein, Krypto bleibt anfällig

Besonders heftig fiel die Reaktion an den asiatischen Aktienmärkten aus. Dort wurden laut Berichten an nur einem Handelstag rund 950 Milliarden US-Dollar an Börsenwert vernichtet. Am stärksten traf es Südkorea: Der KOSPI verlor 9,2 %, was einem Wertverlust von rund 377 Milliarden US-Dollar entspricht.

Vor allem Technologiewerte und Halbleiteraktien standen massiv unter Druck. SK Hynix brach um 15 % ein, Samsung Electronics verlor nahezu 11 %. Auch andere wichtige Aktienmärkte in Asien gaben nach, darunter Japan, China und Taiwan.

Die Entwicklung zeigt, wie schnell geopolitische Spannungen auf andere Märkte übergreifen können. Für Krypto-Anleger ist die Lage deshalb doppelt heikel: Einerseits belastet die allgemeine Risikoaversion, andererseits verschlechtern steigende Ölpreise und Renditen den geldpolitischen Ausblick. Bitcoin bleibt damit kurzfristig stark von Makrothemen abhängig – und weniger von seiner eigenen Marktgeschichte als digitales Schutzasset.

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