Bitcoin rutscht in die 60.000er Zone und der Boden bleibt trotzdem unscharf

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Beitragsbild: KI-generiert

Bitcoin ist zuletzt in den Bereich zwischen 60.000 und 70.000 US-Dollar gefallen. Viele bekannte Dashboards zeigen dabei typische Bodensignale. Angstwerte sind extrem. Positionen wirken bereinigt. Manche Trader sprechen schon von Kapitulation. Der CryptoQuant-Beitrag von Mignolet bremst diese Idee aber deutlich. Sein Punkt: Ein Boden ist kein Stimmungswert, sondern ein sichtbares Ereignis am Markt.

Mignolet schrieb am 18. Februar, dass sich seine Einschätzung aus der 80.000 bis 90.000 US-Dollar Phase nicht geändert habe. Viele Indikatoren würden zwar nach Boden aussehen. Gleichzeitig fehle aber das, was am Ende zählt: eine klare Kaufseite von dominanten Marktteilnehmern. Gemeint sind vor allem Whales, also sehr große Bitcoin-Halter, die mit einzelnen Käufen spürbar Liquidität aufnehmen können.

Warum fehlende Großkäufe für ihn das Kernproblem sind

Sein Argument ist simpel: Wenn starke Käufer nicht sichtbar in die fallenden Kurse hinein kaufen, bleibt offen, wo das wirkliche Tief liegt. Viele Indikatoren können früh “Boden” rufen, obwohl der Kurs noch weiter nachgibt. Mignolet vermeidet deshalb Preisprognosen. Er sieht ohne echte Nachfrage einen Boden eher als Vermutung, nicht als Bestätigung.

Zum Vergleich nennt er den Bullenmarkt 2024. Damals konnten Schlagzeilen noch sehr negativ sein, obwohl im Hintergrund große Käufer aufnahmen. Ein messbarer Puffer waren aus seiner Sicht die US Spot Bitcoin ETFs. Diese Fonds kaufen echte Bitcoin am Markt, wenn frisches Geld zufließt. Besonders genannt wurden BlackRocks IBIT und Fidelitys FBTC. So etwas kann Verkaufsdruck abfedern.

ETFs als Puffer wirken diesmal nicht wie früher

Für die aktuelle Phase beschreibt Mignolet eine Veränderung. Das Akkumulationsmuster bei FBTC, das zuvor lange stabil wirkte, sei gebrochen. Und IBIT, früher eher als “Buffer” in starken Abverkaufsphasen gesehen, zeige laut ihm nun eher einen Abwärtstrend. Das passt zu der allgemeinen Diskussion über schwankende Spot-ETF-Flows. Ein Beispiel zur Einordnung solcher Ab- und Zuflüsse gibt es hier: US-Spot-ETF-Abflüsse und was sie bedeuten könnten.

Seine Schlussfolgerung: Selbst wenn der Bereich um 60.000 bis 70.000 US-Dollar hält, müsse das nicht sofort “der Boden” sein. Er rechnet eher mit einer Phase, in der der Markt Zeit braucht, um wieder Vertrauen und Nachfrage aufzubauen.


Wenn alle dieselben OnChain-Daten lesen, wird es gefährlich

Zusätzlich warnt Mignolet vor einem Strukturproblem. OnChain-Analysen sind heute überall. OnChain bedeutet, dass Daten direkt aus der Blockchain ausgewertet werden, zum Beispiel Transaktionsmuster oder Bewegungen großer Wallets. Das macht den Markt transparenter. Es kann aber auch schiefgehen, wenn alle dieselben Grafiken sehen und daraus dieselbe Story bauen.

Sein Risiko-Szenario: OnChain-Dashboards wirken “sauber” und eindeutig. Das kann zu viel Sicherheit geben. Dann bleiben viele an der Idee eines offensichtlichen Bodens hängen, obwohl der Markt noch tiefer oder länger seitwärts laufen kann. Passend dazu, wie OnChain-Signale und Kurs nicht immer zusammenpassen, bietet dieser Hintergrundtext eine gute Einordnung: Warum OnChain-Analysen und Kurs nicht immer übereinstimmen.

Kurzfristig erwartet Mignolet eher Seitwärtsbewegung ohne klare Richtung, aber mit genug Schwankung für kurzfristige Trades. Für sich selbst beschreibt er eine Wartephase. Er beobachtet Liquidität, Angebot und Nachfrage sowie die Stimmung. Sein übergeordnetes Bild bleibt vorsichtig bis bearish. Er hält es für möglich, dass der Zyklus länger dauert, stärker fällt oder beides. Wer verstehen will, wie sich Wale in anderen Phasen verhalten haben, findet dazu Kontext hier: Bitcoin-Wale und ihre Bestände im Überblick.

Unterm Strich setzt er weniger auf “Bottom-Widgets” und mehr auf eine sichtbare Käuferbasis. Ohne diese Stütze bleibt für ihn offen, ob die aktuelle Zone wirklich schon der Wendepunkt ist. Für den CryptoQuant-Bull-Bear-Zyklusindikator gibt es außerdem eine englische Erklärung direkt bei CryptoQuant.

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