Bitcoin steht nach einem explosiven Kurssprung plötzlich wieder vor einer Marke, die den weiteren Verlauf entscheidend prägen könnte. Der Kurs bewegt sich aktuell um 77.000 Dollar und damit unmittelbar unter der Zone von 78.500 Dollar, die der bekannte Krypto-Trader Doctor Profit als nächste zentrale Hürde einstuft.
Seine These ist ungewöhnlich offensiv: Der Bärenmarkt sei bereits beendet. Gelingt der nachhaltige Sprung über 78.500 Dollar, rückt für ihn die Marke von 82.000 Dollar in den Mittelpunkt. Fällt Bitcoin dagegen deutlicher zurück, wird vor allem die Unterstützung bei 71.000 Dollar zum Belastungstest für die neue Bullenstimmung.
Warum 78.500 Dollar jetzt zur kritischen Zone werden
Die Ausgangslage ist brisanter, als der aktuelle Bitcoin-Kurs zunächst vermuten lässt. Am 21. August schoss BTC zeitweise bis in den Bereich von rund 79.500 Dollar und damit bereits über die von Doctor Profit genannte Widerstandszone. Anschließend konnte sich Bitcoin dort jedoch nicht dauerhaft festsetzen und fiel wieder in Richtung 77.000 Dollar zurück.
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Weitere InformationenGenau deshalb zählt jetzt nicht allein ein kurzer Ausschlag über 78.500 Dollar. Entscheidend wäre, ob Käufer die Zone tatsächlich übernehmen und Bitcoin oberhalb davon stabilisieren können. Doctor Profit sieht anschließend rund 82.000 Dollar als nächste Schlüsselmarke. Erst ein kraftvoller Ausbruch darüber wäre nach seinem Modell der Übergang von einem frühen, von ihm als „Soft Bull Market“ bezeichneten Stadium in eine deutlich aggressivere Aufwärtsphase.
Für Anleger entsteht damit ein klarer Konflikt: Bitcoin ist weit genug gestiegen, um die Bärenmarkt-These ernsthaft unter Druck zu setzen, aber noch nicht weit genug, um den aktuellen Widerstand endgültig aus dem Weg zu räumen.
Der Short-Squeeze macht die Rallye stark und anfällig zugleich
Ein wichtiger Teil des jüngsten Anstiegs kam nicht allein durch neue Käufer zustande. Zahlreiche Trader hatten auf weiter fallende Bitcoin-Kurse gesetzt und wurden vom plötzlichen Ausbruch auf dem falschen Fuß erwischt.
Allein während der ersten Phase der Rally wurden mehr als eine Milliarde Dollar an Bitcoin-Shorts liquidiert. Über mehrere Tage hinweg summierten sich die Liquidationen von Short-Positionen am Kryptomarkt laut Marktberichten auf mehrere Milliarden Dollar. Wer auf fallende Kurse gesetzt hatte, musste Positionen schließen. Dadurch entstanden zusätzliche Käufe, die den Kursanstieg weiter beschleunigten.
Das erklärt auch, warum Bitcoin innerhalb weniger Tage so schnell mehrere Widerstände überwinden konnte. Gleichzeitig steckt darin ein Risiko: Ein Short-Squeeze liefert starken zusätzlichen Kaufdruck, dieser Effekt hält aber nicht unbegrenzt an. Sobald ein großer Teil der Bären aus dem Markt gedrängt wurde, müssen echte Käufer übernehmen, damit die Rally weiterläuft.
Positiv ist deshalb, dass parallel auch institutionelles Kapital zurückgekehrt ist. US-Spot-Bitcoin-Produkte verzeichneten während der Rally wieder deutliche Zuflüsse. Die Bewegung basiert damit nicht ausschließlich auf erzwungenen Käufen von Short-Tradern.
71.000 Dollar ist die Linie, die die Bullen nicht verlieren dürfen
Während 78.500 Dollar über den nächsten Ausbruch entscheidet, liegt die wichtigere Absicherung tiefer. Doctor Profit sieht den Bereich um 71.000 Dollar als starke Unterstützung und als tiefste relevante Rücklaufzone innerhalb seines bullischen Szenarios.
Ein Rücksetzer dorthin müsste deshalb noch keinen neuen Abverkauf bedeuten. Nach einer Rally von zeitweise mehr als 20 Prozent innerhalb weniger Tage wäre eine Bereinigung nicht ungewöhnlich. Hält Bitcoin anschließend die 71.000 Dollar, könnten Käufer den Rückgang als neue Einstiegschance nutzen.
Anders sähe es bei einem klaren Bruch dieser Zone aus. Dann wäre der Markt wieder unter jenem Preisbereich, der während des jüngsten Ausbruchs zurückerobert wurde. Aus einer normalen Konsolidierung könnte deutlich schneller ein Warnsignal werden.
Damit ist die Bitcoin-Lage erstaunlich klar: Über 78.500 Dollar öffnet sich erneut die Tür Richtung 82.000 Dollar. Unterhalb davon bleibt der Ausbruch unvollständig. Und sollte Bitcoin 71.000 Dollar verlieren, müsste die derzeit aggressive Bullen-These neu bewertet werden.
Der Kurs steht damit nicht irgendwo im Niemandsland. Bitcoin handelt direkt vor der Zone, an der sich zeigen dürfte, ob der jüngste Befreiungsschlag der Beginn einer neuen Aufwärtsphase war oder ob die Bullen zu früh gefeiert haben.