- Nicht realisierte Verluste steigen auf rund 22%, Kapitulationssignal fehlt
- BTC bleibt unter Abwärts-Durchschnitten
- Anzeichen einer Range statt Trendwende
Einordnung der gegenwärtigen Marktphase
Bitcoin kämpft weiterhin darum, die Marke von 80.000 USD zurückzuerobern, nachdem mehrere Tage mit Verkaufsdruck und erhöhter Marktsignale die Dynamik belastet haben. Der Kurs notiert um die 78.000 USD, nachdem er ein lokales Tief in dieser Gegend erreicht hatte. Die gegenwärtige Konsolidierung wirkt, eher als Teil einer strukturellen Verschiebung denn als bloße kurzfristige Korrektur.
Unrealised Loss Hits 22%: Pressure Builds, but No Capitulation Yet
— Axel 💎🙌 Adler Jr (@AxelAdlerJr) February 3, 2026
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Der Analyst Axel Adler beschreibt die Entwicklung als Bear-Phase, die seit dem lokalen Hoch nahe 125.000 USD im Oktober 2025 durchläuft. Die Einschätzung lautet, dass der Markt eine breitere, makro- und zinspolitisch geprägte Anpassung durchläuft, bevor eine neue Trendphase entstehen kann. Die Marktteilnehmer bleiben uneinheitlich, während sich Unsicherheit auf breiter Front fortsetzt.
On-Chain-Daten im Fokus
Zwei zentrale Indikatoren deuten auf zunehmende Belastung innerhalb der Inhaberbasis hin: Percent Unrealised Loss (PUL) und der LTH/STH SOPR Ratio. Die unrealisierten Verluste haben sich seit Januar deutlich erhöht, von rund 7% auf etwa 22%, während der Preis von rund 95.000 USD auf knapp 78.000 USD gefallen ist. Dieser Anstieg signalisiert wachsende Unzufriedenheit unter Investoren, bleibt jedoch deutlich unter den historischen Bereichen von 40–60%, die in den Jahren 2019 und 2023 mit ausgeprägter Kapitulationsdynamik korrelierten.
Der LTH/STH SOPR-Ratio ist seit seinem Spitzenwert von rund 1,85 im Oktober um rund 40% gefallen und liegt aktuell bei ca. 1,13. Das deutet auf eine stärkere Profit-Realisation bei Langzeit-Investoren hin, während jüngere Marktteilnehmer weniger bereit sind, Verluste zu realisieren. Wichtig: Der Indikator liegt weiterhin über der kritischen Schwelle von 1,0. Historisch tiefere Werte in den Bereichen 0,6–0,8 korrelierten mit markanten Kapitulationsspitzen und Tiefpunkten in früheren Zyklen (2015, 2019, 2023).
Zusammen legen diese Daten nahe, dass Bitcoin sich gegenwärtig in einer mittleren Zyklusphase befindet: Der Druck wächst, das Vertrauen in eine nachhaltige Erholung schwächt sich, doch ein breit angelegter Abverkauf oder eine Kapitulation ist bislang nicht evident.
Technische Lage und Kursstruktur
Die 12-Stunden-Chart-Entwicklung spiegelt einen Markt wider, der weiterhin unter strukturellem Druck steht. Nach einem scharfen Abverkauf aus dem mittleren 90.000er-Bereich fiel BTC deutlich unter mehrere gleitende Durchschnitte. Dieser Abprall nach unten wird von erhöhter Handelsaktivität begleitet und deutet auf Liquidations-Flow statt auf organische Gewinnmitnahmen hin.
Seit dem lokalen Tief bei ca. 78.000 USD konnte ein moderates Aufbäumen beobachtet werden, die Erholung bleibt jedoch schwach. BTC wird unter den kurzfristigen (z. B. 20- und 50-Tage MA) und mittelfristigen (100- und 200-Tage MA) gleitenden Durchschnitten gehandelt, die nach unten zeigen und als dynamische Widerstände fungieren.
Das Momentum hat sich zwar abgeschwächt, doch es gibt bislang keine Anzeichen einer breiten Absorption durch Käufer. Solange BTC unter den fallenden MA bleibt, bleiben Abwärtsrisiken bestehen. Ein neuer Test der jüngsten Tiefs bleibt möglich; eine klare Rückeroberung und das Halten über dem Bereich von ca. 82.000–85.000 USD würden als erstes Signal für eine potenzielle Trendwende gelten.
Ausblick und Anlegerhinweise
Während die On-Chain-Signale ein Bild von mittlerer Zyklusstress zeichnen, deutet das Kursmuster darauf hin, dass der Markt in einer Phase konditionierter Anpassung verweilt. Anleger sollten Distanz wahren und auf klare Bestätigungssignale warten, etwa einen nachhaltigen Bruch über 82.000–85.000 USD mit anschließender Haltezone. In der Zwischenzeit bleiben Risikomanagement und Positionsgröße entscheidend, da ein erneuter Test der Tiefststände nicht ausgeschlossen ist. Technische Analysen gehen davon aus, dass ein stabiler Rebound erst bei einer signifikanten Veränderung der kurz- und mittelfristigen Struktur zustande kommt.
Quellen und Datenbilder zu diesem Thema beziehen sich auf On-Chain-Metriken wie Glassnode und Chart-Analysen auf TradingView. Die Perspektiven entsprechen der aktuellen Marktbeobachtung und spiegeln einschlägige Analysen wider.