Ein befürchteter Angebotsengpass bei Bitcoin durch Miner ist laut neuen Daten noch nicht da. Zwar ist das verfügbare Miner Angebot im Vergleich zu früheren Zyklen deutlich kleiner geworden, gleichzeitig bleibt der Verkaufsdruck über Börsen aber spürbar. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass von einem echten „Supply Shock“ noch keine Rede sein kann.
Miner senden weiter viele Coins an Börsen
Der Analyst Axel Adler Jr. stützt seine Einschätzung vor allem auf zwei Kennzahlen. Erstens: die BTC Zuflüsse von Minern zu Börsen, gemessen als 30 Tage Durchschnitt. Diese Zahl gilt als direkter Hinweis darauf, wie viel frisch geminter Bitcoin tatsächlich am Markt verkauft werden könnte.
Laut Adler sind diese Exchange Inflows nach dem vierten Halving zunächst angestiegen und haben sich später weiter verstärkt. Auch wenn es zuletzt eine kleine Entspannung gegeben habe, sei das bisher eher eine Pause als eine klare Trendwende. Für eine echte Entlastung müsste der 30 Tage Durchschnitt über längere Zeit deutlich sinken, nicht nur kurzfristig schwanken.
OTC Reserven sind niedrig, aber nicht leer
Die zweite Kennzahl betrifft die OTC Bestände auf Adressen, die mit Minern in Verbindung stehen. Diese Bestände zeigen, wie viel Bitcoin Miner noch außerhalb der öffentlichen Börsen verkaufen könnten, also über größere Deals im Hintergrund.
Aktuell liegen diese OTC Reserven bei rund 152.600 BTC. Das ist weit entfernt vom Hoch aus 2018, als fast 595.000 BTC erreicht wurden, und nur knapp über dem Tief von etwa 146.900 BTC im Juli 2025. Damit sind die Reserven im langfristigen Vergleich klar zusammengeschrumpft, aber Adler warnt davor, sie als „fast aufgebraucht“ zu bezeichnen. Mehr als 150.000 BTC seien weiterhin ein relevantes Polster. Zudem habe sich der Bestand in den letzten Monaten in einer engen Spanne bewegt, inklusive eines spürbaren Anstiegs im Februar.
Fazit: Enger als früher, aber noch kein Supply Shock
Unterm Strich ist das Bild laut Adler zweigeteilt: Die „versteckte“ OTC Reserve der Miner ist im Vergleich zu früheren Zyklen deutlich kleiner, was grundsätzlich positiv für die Knappheit ist. Gleichzeitig bleibt der kurzfristige Verkaufsdruck über Börsen erhöht, weil weiterhin viele neu geminte Coins in den Markt fließen.
Damit ist der Markt zwar strukturell enger aufgestellt als in der Vergangenheit, aber noch nicht in einer Phase, in der Miner Angebot plötzlich fehlt. Für einen echten Supply Shock müsste der Börsen Zufluss über längere Zeit klar zurückgehen und die verbleibenden Reserven weiter abnehmen.