Bitcoin lässt den Verkaufsdruck hinter sich: Eine Kennzahl muss über 1 bleiben

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Bitcoin lässt den Verkaufsdruck hinter sich: Eine Kennzahl muss über 1 bleiben (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
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Bitcoin hat sich bis in den Bereich von 78.000 Dollar zurückgekämpft und gleichzeitig ein entscheidendes Stresssignal im Markt gedreht. Erstmals seit Ende Juli liegen die über 90 Tage geglätteten realisierten Gewinne wieder knapp über den realisierten Verlusten.

Doch mit einem Wert von nur 1,003 ist die Entwarnung hauchdünn: Genau an dieser Schwelle entscheidet sich jetzt, ob die Erholung Substanz bekommt oder der Verkaufsdruck zurückkehrt. Gleichzeitig hat sich die finanzielle Belastung vieler Bitcoin-Halter drastisch reduziert.

Der Anteil der noch nicht realisierten Verluste fiel innerhalb von nur zehn Tagen von 18,57 auf 7,35 Prozent. Damit verschwinden zwei Belastungsfaktoren gleichzeitig aus dem Markt. Anleger verkaufen seltener mit Verlust, während deutlich weniger Bitcoin-Bestände überhaupt noch unter ihrem Einstandspreis liegen.

Diese Schwelle entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Druck

Besonders wichtig ist das Verhältnis zwischen realisierten Gewinnen und Verlusten. Der Indikator vergleicht, ob Anleger ihre Bitcoin im Durchschnitt eher mit Gewinn oder mit Verlust bewegen. Werte über 1 bedeuten, dass Gewinne dominieren. Unterhalb von 1 überwiegen dagegen realisierte Verluste und damit ein deutlich höherer finanzieller Druck.

Am 31. Juli rutschte der über 90 Tage geglättete Wert unter diese neutrale Marke und blieb dort 26 Tage lang. Am 16. August fiel er bis auf 0,747, während Bitcoin bei rund 62.800 Dollar notierte.

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Mit der anschließenden Kurserholung änderte sich das Bild schnell. Bis zum 25. August stieg das Verhältnis bereits auf 0,977. Einen Tag später folgte der entscheidende Schritt: Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 78.900 Dollar erreichte der Indikator 1,003 und überschritt damit erstmals seit Ende Juli wieder die neutrale Schwelle.

Das ist eine klare Verbesserung, aber noch kein belastbares Kaufsignal. Der Abstand zur Marke von 1 ist minimal. Schon eine erneute Schwächephase könnte das Verhältnis wieder in den Bereich drücken, in dem Verluste dominieren.

Genau deshalb zählt jetzt nicht allein der Sprung über die Schwelle. Entscheidend ist, ob sich der Indikator dort halten und weiter nach oben absetzen kann.

Der versteckte Verlustdruck ist um 60 Prozent eingebrochen

Noch deutlicher fällt die Veränderung bei den nicht realisierten Verlusten aus. Diese Kennzahl zeigt, welcher Anteil des Bitcoin-Marktes aktuell unter dem jeweiligen Einstandspreis seiner Besitzer liegt.

Ende Juni erreichte dieser Wert bei einem Bitcoin-Kurs von etwa 58.500 Dollar noch 25,21 Prozent. Selbst am 16. August waren weiterhin 18,57 Prozent der Marktkapitalisierung mit nicht realisierten Verlusten verbunden.

Nur zehn Tage später sind es noch 7,35 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von rund 60 Prozent seit dem 16. August und von etwa 71 Prozent gegenüber dem Hoch Ende Juni. Die Kennzahl befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 11. Mai.

Für den Markt ist das entscheidend: Je weniger Anleger auf Verlustpositionen sitzen, desto kleiner wird der Pool an Bitcoin, bei dem ein weiterer Kursrückgang zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen könnte.

Auch der Vergleich mit früheren Kapitulationsphasen zeigt, wie deutlich sich die Lage entspannt hat. Im November 2022 erreichten die nicht realisierten Verluste zeitweise 65,44 Prozent. Von einem vergleichbaren Stressniveau ist Bitcoin derzeit weit entfernt.

Jetzt muss Bitcoin beweisen, dass die Wende hält

Beide Kennzahlen zeigen damit in dieselbe Richtung. Der akute Verlustdruck ist erheblich gesunken und die finanzielle Position der Halter hat sich seit den August-Tiefs deutlich verbessert.

Noch fehlt allerdings die Bestätigung für einen nachhaltigen Regimewechsel.

Das Gewinn-Verlust-Verhältnis liegt mit 1,003 praktisch direkt auf der entscheidenden Linie. Bleibt es dauerhaft über 1 und steigt weiter, würde dies zeigen, dass die Erholung zunehmend von einem gesünderen Marktumfeld getragen wird. Bleiben gleichzeitig die nicht realisierten Verluste niedrig, sinkt auch das Risiko einer neuen Welle erzwungener oder panikgetriebener Verkäufe.

Das Gegenszenario ist ebenso klar: Fällt das Verhältnis wieder unter 1 und beginnen die nicht realisierten Verluste erneut deutlich zu steigen, wäre der aktuelle Optimismus schnell infrage gestellt.

Für Bitcoin-Anleger zählt deshalb jetzt weniger der einzelne Sprung auf 78.000 Dollar als die Frage, ob sich die Verbesserung unter der Oberfläche festsetzt. Die Marke von 1 beim realisierten Gewinn-Verlust-Verhältnis ist jetzt die Linie, an der sich entscheidet, ob aus der Erholung eine echte Stabilisierung wird oder der Verlustdruck zurückkehrt.

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