Die Preisentwicklung von Bitcoin im letzten Quartal 2025 hat die Stimmung im Markt deutlich eingetrübt. Wochenlang sah es so aus, als würde die Kryptowährung das Jahr tiefrot beenden. Erst in den vergangenen Tagen konnte BTC wieder auf über 90.000 US-Dollar anziehen – doch die Unsicherheit bleibt.
Laut einem führenden Makroanalysten könnte Bitcoin jedoch besser aufgestellt sein, als es die Charts vermuten lassen. Die entscheidende Frage lautet: Was hat der Markt längst eingepreist – und was nicht?
Was hat BTC bereits eingepreist?
Andre Dragosch, European Head of Research bei Bitwise, ging dieser Frage am 28. November auf X nach – und seine Antwort fällt deutlich weniger bärisch aus als die Stimmung vieler Anleger.
This is probably the most important work I’ve done on #Bitcoin & Macro so far.
— André Dragosch, PhD⚡ (@Andre_Dragosch) November 28, 2025
It involves a lot of computation and is somewhat complex – because financial markets are complex at the end of the day.
The question investors constantly face is:
“𝗪𝗵𝗮𝘁 𝗶𝘀 𝗽𝗿𝗶𝗰𝗲𝗱 𝗶𝗻… pic.twitter.com/TUaFGM5SAT
Er analysierte mittels führender globaler Makro-Surveys, welche wirtschaftlichen Erwartungen im aktuellen Bitcoin-Preis reflektiert sind. Sein Ergebnis:
Bitcoin preist derzeit die pessimistischsten globalen Wachstumserwartungen seit 2022 und 2020 ein. Er erläutert, dass die aktuelle Preisbildung vergleichbar ist mit Marktphasen, in denen:
- 2022 die Federal Reserve aggressiv straffte und die FTX-Pleite eine Schockwelle durch den Markt jagte,
- 2020 die Weltwirtschaft aufgrund des COVID-Schocks nahezu zum Stillstand kam und Panik das dominante Narrativ war.
Mit anderen Worten: Bitcoin wird aktuell gehandelt, als ob die Weltwirtschaft 2026 in eine Rezession rutschen würde – obwohl diese Annahme laut Dragosch nicht durch Daten gedeckt ist.
Er ergänzt, dass Bitcoin häufig über- oder untertreibt. In extrem negativen Makrophasen neigt die Kryptowährung dazu, tiefer zu fallen, als fundamental gerechtfertigt, bevor eine kräftige Umkehr beginnt.
Historische Parallelen: Kommt Bitcoin stärker zurück?
Dragosch erinnert daran, dass BTC in früheren Krisen mehrfach die fundamentalen Makroindikatoren „unterboten“ hat:
- 2020: Bitcoin brach innerhalb weniger Wochen massiv ein, obwohl die monetäre Reaktion bereits im Anrollen war. Kurz darauf folgte jedoch ein spektakulärer Rebound, der BTC um das Sechsfache steigen ließ.
- 2022: Das Zusammenspiel aus Zinserhöhungen, Inflation und FTX-Kollaps sorgte für extreme Panik – doch Bitcoin erholte sich, als die makroökonomischen Bedingungen sich stabilisierten.
Der Analyst argumentiert: Genau dieses Muster könnte sich aktuell wiederholen.
Der Markt habe – ähnlich wie in den vergangenen beiden Krisen – ein Szenario eingepreist, das deutlich pessimistischer ist als die realistische wirtschaftliche Lage.
Ein „coiled spring“ – warum Bitcoin kurz vor einer explosiven Bewegung stehen könnte
Dragosch beschreibt die aktuelle Marktsituation mit einer eindrücklichen Analogie: Bitcoin verhält sich wie eine zusammengedrückte Feder („coiled spring“). Je länger die Feder zusammengedrückt wird, desto stärker der Impuls, sobald sie sich wieder entspannt.
Er begründet das so:
- Die weltweiten Wachstumserwartungen befinden sich laut seinen Modellen an einem historischen Tiefpunkt.
- Gleichzeitig hat die globale Geldpolitik bereits massiv stimuliert, was sich naturgemäß mit Verzögerung auf die Realwirtschaft auswirkt.
- Diese Stimuli deuten laut ihm auf eine Beschleunigung des globalen Wachstums bis weit ins Jahr 2026 hin.
Wenn sich die Makroerwartungen also drehen, während Bitcoin bereits das pessimistische Szenario vollständig eingepreist hat, entsteht eine klassische Rebound-Konstellation:
Die Abwärtsrisiken sind begrenzt – das Aufwärtspotential dagegen erheblich.
Investoren sind „nicht einmal ansatzweise bullisch genug“
Für Dragosch ist die Diskrepanz zwischen Stimmung und Fundamentaldaten geradezu ideal.
Er verweist darauf, dass der Markt aktuell:
- extrem defensiv aufgestellt ist,
- Risikoaversion zeigt,
- wenig euphorische Kapitalflüsse aufweist,
- und große Investorengruppen weitgehend passiv bleiben.
Aus seiner Sicht ist das ein Zeichen dafür, dass Anleger das mögliche Aufwärtspotenzial dramatisch unterschätzen.
Er formuliert es klar:
„Investor:innen sind nicht einmal annähernd bullisch genug.“
Diese übermäßige Vorsicht sieht er als Kennzeichen einer Marktphase, in der große Bewegungen oft erst beginnen – nicht enden.
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