Die aktuellen On-Chain-Daten von CryptoQuant zeigen eine klare Asymmetrie im Markt: Während jüngeres Kapital deutlich unter Druck steht, agieren langfristig positionierte Investoren weiterhin aus einer relativen Stärke heraus.
Dieses Muster ist historisch nicht ungewöhnlich. Wenn Kursrückgänge an Dynamik gewinnen, sind es typischerweise kurzfristig orientierte „Whales“ oder spekulative Marktteilnehmer, die zuerst kapitulieren. Sie realisieren Verluste, sobald der Markt Momentum gegen sie entwickelt. Die jüngsten Realized-Profit-Daten deuten darauf hin, dass sich genau dieser Prozess seit dem Allzeithoch im Oktober beschleunigt hat. Mit zunehmender Korrektur traten stärkere negative Ausschläge auf – ein Zeichen dafür, dass Verluste aktiv realisiert werden.
In früheren Marktzyklen – insbesondere 2019 und 2022 – ging eine ähnliche Konstellation jedoch nicht mit einem systemischen Zusammenbruch einher. Stattdessen handelte es sich um Umverteilungsphasen: Coins wechselten schrittweise von schwächer überzeugten Marktteilnehmern zu langfristig orientierten Haltern.
Die entscheidende Marke bleibt in diesem Kontext der Realized Price der Long-Term Holder (LTH) bei rund 41.600 US-Dollar. Solange Bitcoin klar über diesem Niveau notiert, gilt eine strukturelle Kapitulation des Marktes als nicht bestätigt. Der aktuelle Zustand wirkt daher eher wie ein Transfer von Überzeugung – nicht wie eine flächendeckende Marktzerstörung.
Technische Lage: Abwärtstrend intakt, aber Stabilisierung möglich
Auf dem 3-Tages-Chart zeigt sich weiterhin eine klar angeschlagene Marktstruktur. Seit der scharfen Zurückweisung nahe dem Hoch bei rund 125.000 US-Dollar Ende 2025 hat Bitcoin eine Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs ausgebildet. Diese Struktur bestätigt einen mittelfristigen Abwärtstrend.
Der jüngste Rückgang in den Bereich von 65.000–70.000 US-Dollar unterstreicht den anhaltenden Verkaufsdruck – insbesondere nachdem mehrere Versuche gescheitert sind, wichtige gleitende Durchschnitte zurückzuerobern.
Derzeit notiert Bitcoin unter der 50-, 100- und 200-Perioden-Linie. Alle drei Durchschnitte beginnen nach unten zu drehen – eine Konstellation, die typischerweise für fortbestehende Schwäche steht. Besonders die 200-Perioden-Linie im Bereich der mittleren 90.000 US-Dollar fungiert inzwischen als struktureller Widerstand und nicht mehr als Unterstützung.
Auch das Volumenbild spricht kurzfristig für Vorsicht: Verkaufswellen gingen zuletzt mit stärkeren Volumenspitzen einher als die Erholungsbewegungen. Das deutet eher auf Distribution als auf nachhaltige Akkumulation hin.
Gleichzeitig zeigt die Stabilisierung im Bereich zwischen 65.000 und 70.000 US-Dollar, dass sich zumindest temporär eine Konsolidierungszone ausbilden könnte. Ein unmittelbarer weiterer Absturz ist technisch nicht zwingend – aber ebenso wenig ist eine Trendwende bestätigt.
Entscheidende Preiszonen
- Unterstützung: Rund 60.000 US-Dollar
Ein nachhaltiger Bruch darunter könnte eine neue Phase erhöhter Volatilität auslösen. - Neutralisierung des Abwärtstrends: Über 80.000 US-Dollar
Erst eine klare Rückeroberung dieses Bereichs würde die aktuelle Struktur aufweichen und das Sentiment spürbar stabilisieren.
Umverteilung statt Zusammenbruch?
Das Zusammenspiel aus On-Chain-Daten und Chartstruktur zeichnet ein differenziertes Bild. Kurzfristige Marktteilnehmer stehen unter Druck, während langfristige Investoren bislang nicht zur strukturellen Kapitulation gezwungen wurden.
Solange Bitcoin deutlich über dem LTH-Realized-Price von 41.600 US-Dollar bleibt, spricht vieles eher für eine fortgeschrittene Umverteilungsphase als für einen finalen Zyklus-Crash.
Ob sich daraus eine längere Seitwärtsakkumulation oder eine tiefere Korrektur entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die 60.000-Dollar-Zone verteidigt werden kann – oder ob der Markt erneut in eine Phase beschleunigter Abgaben übergeht.
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