Bitcoin-Kurs: Ari Paul weist Jane-Street-Vorwurf zurück

Bitcoin-Kurs: Ari Paul weist Jane-Street-Vorwurf zurück
Beitragsbild: KI-generiert

Auf X sorgt erneut die Frage für Diskussionen, ob die Trading Firma Jane Street den Bitcoin Kurs gezielt drückt. Der BlockTower Gründer Ari Paul hält davon wenig. Er sagt klar, dass sich die aktuelle Kursentwicklung viel einfacher erklären lässt, nämlich durch Verkäufe am Spot Markt und zu wenig Kaufinteresse.

Keine dauerhafte Kursunterdrückung, eher kurzfristige Markttricks

Ari Paul, der nach eigenen Angaben vor rund 15 Jahren als Market Maker an der Wall Street gearbeitet hat, widerspricht der Idee einer jahrelangen Unterdrückung des Bitcoin Preises durch einen einzelnen Akteur. Seine Antwort auf die Manipulationsvorwürfe fällt eindeutig aus: „Kurz gesagt: nein.“

Er räumt zwar ein, dass Market Maker in vielen Märkten „das System spielen“ und damit auch Einfluss nehmen können. In sehr liquiden Produkten wie Bitcoin ETFs gehe es dabei aber meist um kurzfristige Effekte, zum Beispiel leicht schlechtere Ausführungspreise oder kleine Zusatzkosten für Anleger, nicht um eine dauerhafte Verzerrung des Bitcoin Preises.

Als Beispiel nennt Paul typische Muster, die Händler kennen: Market Maker können Kurse kurzfristig in eine Richtung schieben, um Stop Orders auszulösen. Das passiere oft innerhalb eines Tages, etwa wenn ein Kurs in einem schwachen Markt kurz um ein paar Prozent fällt, Stops triggert und dann nach Sekunden oder Minuten wieder in die Nähe des ursprünglichen Niveaus zurückläuft. Das sei zwar Manipulation im engeren Sinn, aber eben keine monatelange „Preisdeckelung“.

Warum Bitcoin nicht steigt: Spot Verkäufe statt Verschwörung

Für Paul liegt der Hauptgrund für den schwächeren Kursverlauf woanders. Seine Kernthese: Bitcoin ist gefallen, weil große Bestände verkauft wurden und die Nachfrage nicht ausreichte, um das Angebot aufzufangen. Er verweist dabei auf Verkäufe von frühen Investoren und großen Haltern, die „zehntausende Coins“ auf den Markt gegeben hätten.

Diese Sicht teilt auch der bekannte On Chain Analyst James Check. Er formulierte es provokant: Nicht Jane Street habe den Preis unterdrückt, sondern viele Langzeithalter selbst, weil sie viel Spot Bitcoin verkauft hätten. Pauls Fazit dazu: Manipulation existiert zwar und ist für große Wall Street Firmen nichts Ungewöhnliches, aber man brauche sie nicht als Hauptargument, um zu erklären, warum der Kurs nicht höher steht oder zeitweise fällt.

Jane Street im Fokus, aber Belege für Bitcoin Unterdrückung fehlen

Paul lässt eine Hintertür offen: Es gebe seltene Fälle, in denen große Finanzhäuser einen Vermögenswert über längere Zeit stark beeinflussen. Das sei jedoch ungewöhnlich, weil es riskant sei und sich schwerer profitabel umsetzen lasse, als viele glauben. In den meisten Fällen sei es besser, nicht reflexartig „Manipulation“ zu rufen, sondern Angebot und Nachfrage nüchtern zu betrachten.

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekam die Jane Street Debatte zuletzt auch durch ein anderes Thema: Im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Terra im Jahr 2022 wurde die Firma in den USA verklagt. In der Klage geht es um Vorwürfe rund um Insiderinformationen und eine große UST Transaktion, Jane Street weist die Anschuldigungen zurück und nennt das Vorgehen opportunistisch.

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