Der bekannte Bitcoin Indikator Hash Ribbons hat erneut ein Kaufsignal geliefert. Viele Trader werten das traditionell als Hinweis darauf, dass die Phase der sogenannten Miner Kapitulation endet. Der Analyst Darkfost warnt jedoch: In diesem Zyklus sollte man das Signal nicht blind übernehmen, weil externe Faktoren wie Energiepreise und geopolitische Spannungen die Hashrate stärker beeinflussen können als echter finanzieller Stress bei Minern.
Hash Ribbons zeigt ein Kaufsignal, aber der Kontext ist entscheidend
Hash Ribbons misst die Aktivität der Miner, indem der 30 Tage Durchschnitt der Hashrate mit dem 60 Tage Durchschnitt verglichen wird. Fällt der kurzfristige Wert unter den langfristigen und dreht später wieder nach oben, gilt das oft als Zeichen, dass die härteste Phase für Miner vorbei ist.
Die Idee dahinter: Wenn der Druck zu groß wird, schalten einige Miner Geräte ab oder verkaufen Bitcoin Bestände, um Kosten zu decken. Das kann die Hashrate drücken und kurzfristig zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen. Sobald genug Hashrate aus dem Netzwerk verschwunden ist, passt sich die Mining Difficulty nach unten an. Wenn der Bitcoin Kurs in dieser Zeit stabil bleibt oder steigt, verbessert sich die Profitabilität für Miner, die durchhalten, häufig relativ schnell.
Darkfost beschreibt Hash Ribbons als eine Art Barometer für echte Stressphasen im Mining. Genau deshalb stellt er aber auch die Frage, ob man dem aktuellen Signal diesmal wirklich vertrauen sollte.
Warum Miner heute empfindlicher reagieren als früher
Ein wichtiger Punkt: Die Mining Ökonomie ist strukturell härter geworden. Nach dem Halving erhalten Miner pro Block nur noch 3,125 BTC plus Gebühren. Im Vergleich zu früheren Jahren ist das deutlich weniger. Das zwingt Betreiber dazu, effizienter zu arbeiten und Kosten stark zu kontrollieren.
Darkfost nennt mehrere Belastungsfaktoren, die sich schnell überlagern können: steigende Difficulty, teurere und leistungsstärkere ASICs, schwankende Strompreise, fixe Ausgaben wie Miete und Personal, starke Kursbewegungen und sogar wetterbedingte Ausfälle. Gerade Miner mit hohen Stromkosten oder älteren Maschinen geraten dadurch schneller unter Druck.
Warnung vor Fehl Signalen durch Wetter, Politik und Energie Schocks
Der Analyst betont, dass nicht jedes Hash Ribbons Signal gleich zu bewerten ist. In der Vergangenheit gab es Situationen, in denen die Hashrate nicht wegen echter Kapitulation fiel, sondern wegen kurzfristiger Ereignisse. Als Beispiel nennt er eine Eis Sturm Phase in den USA, die Miner zeitweise zum Abschalten zwang. Auch rund um das China Mining Verbot 2021 sowie im Juni 2022 seien Signale aufgetaucht, die im Nachhinein zumindest teilweise als verzerrt galten, auch wenn die Ursachen jeweils andere waren.
Heute sieht Darkfost vor allem das Risiko, dass geopolitische Konflikte Teile des Energiemarkts und wichtige Lieferwege stören. Das kann die Mining Aktivität beeinflussen, ohne dass es zwingend bedeutet, dass viele Miner finanziell kapitulieren. Und genau das ist der Knackpunkt: Wenn die Hashrate wegen externer Störungen sinkt und nicht wegen breitem wirtschaftlichem Stress, sagt das Signal weniger über die Marktstruktur aus.
Sein Fazit fällt daher nüchtern aus: Hash Ribbons kann wieder auf eine Entspannung bei Minern hindeuten, aber die Aussagekraft ist in diesem Umfeld schwieriger zu lesen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin Kurs bei rund 77.152 US Dollar.