Bitcoin hat nach seiner explosiven August-Rallye einen Rücksetzer kassiert, doch das bullische Bild ist noch lange nicht gebrochen. Der Kurs liegt aktuell bei rund 77.700 Dollar und damit weiterhin klar über einer Marke, die On-Chain-Analyst Ali Martinez jetzt als entscheidend für ein mögliches Kursziel von 100.000 Dollar bezeichnet.
Gleichzeitig sieht Trader Doctor Profit selbst einen Rückfall innerhalb der aktuellen Spanne nicht als Trendbruch. Für ihn wird es erst an der Oberseite wirklich ernst: Über 82.000 Dollar könnte Bitcoin in die nächste Phase des Bullenmarktes wechseln.
Diese Marke hält das 100.000-Dollar-Szenario am Leben
Ali Martinez richtet den Blick auf 73.880 Dollar. Dort verläuft aktuell die sogenannte negative 0,5-MVRV-Preisband-Zone. Vereinfacht gesagt versucht das Modell, anhand der durchschnittlichen Einstandspreise der Marktteilnehmer Bereiche zu bestimmen, in denen Bitcoin historisch Unterstützung oder Widerstand finden kann.
Martinez‘ Aussage ist eindeutig: Solange Bitcoin über 73.880 Dollar bleibt, zeigen die MVRV-Bänder als nächstes großes Ziel in Richtung 100.000 Dollar.
Genau deshalb ist der aktuelle Rücksetzer interessant. Bitcoin fiel am Freitag nach einem Hoch von rund 81.330 Dollar wieder unter 80.000 Dollar und notiert inzwischen um 77.700 Dollar. Der Kurs gibt damit einen Teil der jüngsten Gewinne ab, hält sich aber weiterhin mehrere Tausend Dollar über der von Martinez genannten Schlüsselzone.
Für Anleger entsteht damit eine überraschend klare Trennlinie: Solange 73.880 Dollar verteidigt werden, lässt sich die Schwäche weiterhin als Abkühlung nach der massiven Rally interpretieren. Ein deutlicher Bruch darunter würde dagegen das bullische 100.000-Dollar-Setup zunächst beschädigen.
Warum selbst ein weiterer Rücksetzer die Bullen nicht stoppen müsste
Auch Doctor Profit rechnet nicht damit, dass Bitcoin ohne Widerstand nach oben durchmarschiert. Im Gegenteil: Er warnt ausdrücklich davor, dass die Bären kurzfristig wieder lauter werden könnten und spät eingestiegene Bullen unter Druck geraten dürften. Sein Szenario bleibt trotzdem klar bullisch.
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Weitere InformationenEr erwartet Bitcoin zunächst in einer breiten Spanne zwischen 71.000 und 82.000 Dollar. Die Unterseite bei 71.000 Dollar betrachtet er als Boden dieser Struktur. Entscheidend ist jedoch die Oberseite: Er setzt darauf, dass Bitcoin die 82.000 Dollar früher oder später durchbricht, unabhängig davon, ob dies beim ersten oder erst beim dritten Versuch gelingt. Seine eigenen Spot-Positionen aus dem Bereich um 62.000 Dollar hält er nach eigener Aussage weiter.
Damit überschneiden sich zwei unabhängig voneinander formulierte bullische Szenarien auffällig gut. Martinez sieht oberhalb von 73.880 Dollar Raum in Richtung 100.000 Dollar. Doctor Profit betrachtet 71.000 Dollar als tieferen Boden und 82.000 Dollar als die Hürde, deren Bruch die Rallye deutlich beschleunigen könnte.
Die kurzfristige Schwäche muss deshalb noch kein Warnsignal für das Ende der Erholung sein. Sie könnte vielmehr genau der Rücksetzer sein, der überhitzte Positionen aus dem Markt drängt, bevor Bitcoin erneut versucht, die Zone um 80.000 bis 82.000 Dollar zu attackieren.
Fällt die 82.000-Dollar-Marke, könnte es schnell ernst werden
Noch aggressiver fällt derzeit ein Szenario aus, das Investor Mark Chadwick auf X erneut aufgreift. Er verweist auf einen anonymen 4chan-Beitrag, dessen Zyklusmodell für eine spätere Bitcoin-Rallye sogar 190.000 Dollar nennt. Für Ethereum werden darin 15.000 Dollar und für Solana 1.000 Dollar genannt. Chadwick weist selbst darauf hin, dass es sich dabei nicht um seine Prognosen oder Anlageempfehlungen handelt.
Diese zwei Marken entscheiden über den Weg zu 100.000 $
Das bullische Szenario bleibt intakt, solange die zentrale Unterstützungszone hält. Der entscheidende Beschleuniger wartet jedoch weiter oben.
Diese extremen Kursziele sollten daher nicht mit den On-Chain-Marken von Martinez gleichgesetzt werden. Ein anonymer Internet-Post ist kein belastbares Bewertungsmodell.
Interessant ist vielmehr, warum solche Szenarien gerade jetzt wieder Aufmerksamkeit bekommen: Bitcoin hat sich innerhalb weniger Wochen massiv vom Sommer-Tief gelöst. Erst am Donnerstag erreichte der Kurs erneut mehr als 81.000 Dollar. Gleichzeitig berichtete Barron’s von einem Drei-Monats-Hoch, bevor Gewinnmitnahmen den Kurs wieder unter 80.000 Dollar drückten.
Genau hier liegt jetzt der Kernkonflikt. Bitcoin muss nicht sofort auf 100.000 Dollar steigen, damit das bullische Szenario funktioniert. Zunächst zählt, ob die Käufer den Bereich um 73.880 Dollar verteidigen und anschließend genügend Kraft für einen neuen Angriff auf 80.000 bis 82.000 Dollar aufbauen.
Bleibt diese Unterstützung erhalten, wäre der aktuelle Rücksetzer vor allem eine Bereinigung nach der starken Rallye. Fällt anschließend auch die 82.000-Dollar-Zone, würde aus der Erholung ein deutlich stärkeres Trend-Signal.
Für die Bullen zählt deshalb jetzt genau diese Kombination: 73.880 Dollar dürfen nicht verloren gehen, während 82.000 Dollar fallen müssen. Gelingt beides, dürfte die 100.000-Dollar-Marke sehr schnell vom ambitionierten Ziel zur nächsten großen Bewährungsprobe für Bitcoin werden.