Bitcoin-Entwickler starten Quanten-Sicherheitspfad: BIP-360 schlägt Pay-to-Merkle-Root vor

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Bitcoin-Entwickler starten Quanten-Sicherheitspfad: BIP-360 schlägt Pay-to-Merkle-Root vor (Foto KI generiert)
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  • Neuartiger Output-Typ Pay-to-Merkle-Root (P2MR) eliminiert die Key-Path-Spendlogik, bleibt aber mit Taproot kompatibel
  • Soft-Fork-Ansatz ermöglicht opt-in Nutzung, bestehende UTXOs bleiben unverändert
  • Diskussion um langfristige Sicherheit gegen CRQCs und potenzielle Post-Quantum-Signaturen bleibt fortgeführt

Hintergrund und Bedeutung

Die Bitcoin-Entwicklergemeinschaft hat einen konkreten Beitrag zur Debatte um Quanten­sicherheit geliefert: In das offizielle Bitcoin Improvement Proposals-Repository wurde ein aktualisierter Entwurf von BIP-360 integriert. Der Vorschlag zielt darauf ab, die Exposition gegenüber zukünftigen Quantenangriffen zu begrenzen, indem ein neuer Output-Typ eingeführt wird, der eng mit Taproot verbunden ist, jedoch die problematische Key-Path-Spendlogik ausschließt.

Der Ansatz ist ausdrücklich als Soft Fork konzipiert. P2MR verwendet eine neue SegWit-v2-Output-Art, die direkt auf den Merkle-Root eines Scriptbaums verweist, statt wie bei Pay-to-Taproot (P2TR) auf einen modifizierten öffentlichen Schlüssel. Praktisch bedeutet dies, dass Ausgaben künftig ausschließlich über den Script-Pfad ausgegeben werden können und die Key-Path-Spendlogik entfällt.

Der Abstract von BIP-360 fasst das Ziel so zusammen: Die Outputs sollen nahezu dieselbe Funktionalität wie P2TR bieten, jedoch mit entferntem Key-Path. Die Schutzziele beziehen sich explizit auf Attacken durch Cryptographically Relevant Quantum Computers (CRQCs) sowie auf künftige kryptografische Analysen, die die Elliptic-Curve-Kryptografie (ECC) angreifen könnten.

Der Text unterscheidet Long-Exposure-Attacken, bei denen öffentliche Schlüssel über längere Zeit sichtbar sind, von Short-Exposure-Attacken, die relevant werden, wenn Schlüssel kurzzeitig im MemPool sichtbar sind. P2MR schützt gegen Letzteres nicht umfassend, eliminiert aber den Key-Path, wodurch sich der Spend-Vorgang stärker auf Script-Path-Komponenten stützt.

Anduro, eine Forschungsplattform, die von Marathon Digital betrieben wird, erklärte auf X, der Merge markiere eine konkrete, opt-in-mögliche Quanten­sicherheitspfad. Die Co-Autorenschaft von Isabel Foxen Duke soll die Verständlichkeit des BIP auch einer breiteren Öffentlichkeit erleichtern.

Der Stand von BIP-360 bleibt als Entwurf geführt, doch der Merge in das zentrale Repositorium kennzeichnet einen Wandel von abstrakten Bedenken zu einer überprüfbaren Konsens-Variante. Wallets, Bibliotheken und Review-Teams können das Dokument nun Zeile für Zeile analysieren.

Ausblick: Ob opt-in-Lösungen wie P2MR ausreichen oder ob Bitcoin künftig direkt mit post-quanten-sicheren Signaturen arbeiten muss, wird Gegenstand weiterer Diskussionen bleiben.

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