Bitcoin auf $200.000? Warum die Chart-These diskutiert wird

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Bitcoin auf $200.000? Warum die Chart-These diskutiert wird (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin ist zurück in einer Zone, in der wieder deutlich mutigere Kursziele diskutiert werden. Am 22. April stieg BTC zeitweise auf 79.173 Dollar und markierte damit das höchste Intraday-Niveau seit dem 2. Februar. Getrieben wurde die Bewegung vor allem von besserer Risikostimmung nach der Verlängerung der Iran-Waffenruhe. Gleichzeitig zeigt CoinDesk Bitcoin noch immer knapp unter der 80.000-Dollar-Marke bei rund 78.000 Dollar. Genau in diesem Spannungsfeld taucht nun wieder eine große Zyklus-These auf: 200.000 Dollar im laufenden Marktfenster. 

Warum die $200.000-These gerade wieder Aufmerksamkeit bekommt

Der aktuelle Bull-Case basiert auf einem Monatschart, der Bitcoin in wiederkehrenden Zyklusphasen liest. Die Grundidee ist einfach: Frühere mehrjährige Akkumulationszonen wurden jeweils von starken Expansionsphasen abgelöst, und auch jetzt sehen manche Analysten den Markt erneut in einer solchen Übergangszone. Der Unterschied zu früher ist, dass die prozentualen Gewinne pro Zyklus kleiner werden. Dadurch wirkt ein Ziel von 200.000 Dollar aus dieser Logik zwar immer noch aggressiv, aber nicht völlig losgelöst von den bisherigen Marktmustern.

Entscheidend ist dabei die aktuelle Ausgangslage. Wenn Bitcoin von knapp 78.000 auf 200.000 Dollar steigen sollte, entspräche das grob einem Plus von rund 150 bis 160 Prozent. Das ist groß, aber in Bitcoin-Zyklen nicht beispiellos. Trotzdem bleibt es eine Projektion und keine Bestätigung. Der Markt handelt aktuell noch immer in einer Zone, in der sich erst zeigen muss, ob aus der April-Erholung ein echter neuer Bullenabschnitt wird. 

Was das bullische Szenario derzeit tatsächlich stützt

Die stärkste sachliche Unterstützung für einen konstruktiveren BTC-Ausblick kommt im Moment eher aus Marktstruktur und Kapitalflüssen als aus spektakulären Kursmustern. Grayscale schrieb diese Woche, dass viele jüngere Bitcoin-Käufer inzwischen wieder nahe ihrem Einstand notieren. Das Research-Haus sieht deshalb einen möglichen tragfähigen Boden im Bereich von 65.000 bis 70.000 Dollar. Wenn neuere Käufer nicht mehr tief unter Wasser sind, sinkt typischerweise auch der Druck, bei jeder Erholung sofort wieder zu verkaufen. 

Hinzu kommt, dass institutionelle Produktaktivität weiter zunimmt. Morgan Stanleys neuer Spot-Bitcoin-ETF MSBT zog laut CoinDesk am ersten Handelstag rund 34 Millionen Dollar an und überschritt in der ersten Woche bereits die Marke von 100 Millionen Dollar. Parallel dazu reichte Goldman Sachs am 14. April bei der SEC einen Bitcoin Premium Income ETF ein, der über Spot-Bitcoin-ETPs und Optionen Bitcoin-Exposure mit laufenden Erträgen kombinieren soll. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern klare Hinweise darauf, dass große Finanzhäuser ihre Bitcoin-Angebote weiter ausbauen statt sich zurückzuziehen. 

Auch die ETF-Flows geben dem Markt wieder etwas Rückenwind. CoinGlass-Daten zufolge lagen die Nettozuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs zuletzt fast bei 1 Milliarde Dollar auf Wochensicht. Investors.com berichtete zusätzlich von rund 1,87 Milliarden Dollar ETF-Zuflüssen allein im April. Das heißt nicht automatisch, dass jetzt sofort der nächste explosive Schub folgt. Aber es zeigt, dass Kapital auf reguliertem Weg wieder verlässlicher in den Markt zurückkommt. 

Was für 200.000 Dollar noch fehlt

So spannend die 200.000-Dollar-Erzählung ist, der Markt ist technisch noch nicht an dem Punkt, an dem man von einem bestätigten neuen Bullenlauf sprechen könnte. Bitcoin testet derzeit vor allem die Zone zwischen 78.000 und 80.000 Dollar. Barron’s sprach von einem 11-Wochen-Hoch, MarketWatch von einem deutlichen Intraday-Anstieg über 79.000 Dollar. Genau dieser Bereich ist jetzt die kurzfristig entscheidende Hürde. Erst wenn Bitcoin dort nicht nur kurz hineinläuft, sondern nachhaltig darüber akzeptiert wird, würde die größere Zyklus-These deutlich glaubwürdiger werden. 

Dazu kommt, dass der aktuelle Anstieg klar von Makro-Entspannung profitiert. Barron’s verwies auf die verbesserte geopolitische Stimmung und die Rückkehr von Risk Appetite. Das ist wichtig, weil es zeigt, dass Bitcoin derzeit nicht in einem Vakuum steigt. Ein Teil der Erholung ist makrogetrieben. Sollte sich dieses Umfeld wieder verschlechtern, würde auch eine große 200.000-Dollar-These kurzfristig schnell an Überzeugungskraft verlieren. Der saubere Schluss lautet deshalb: Das langfristige Setup wirkt wieder interessanter, aber die eigentliche Bestätigung muss erst noch über dem Bereich um 80.000 Dollar kommen. 

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