Bitcoin bewegt sich seit Monaten eher seitwärts bis abwärts, viele Altcoins wurden dabei einfach mit nach unten gezogen. Trotzdem sehen manche Analysten darin kein Warnsignal, sondern eine Art Ruhephase vor dem nächsten großen Schub. Auf X beschreibt ein Marktbeobachter die aktuelle Lage als Vorbereitung auf eine neue Expansionsphase im Kryptomarkt.
Erst Bitcoin, dann Ethereum und dann die Altcoins
Die Kernidee folgt einem bekannten Muster: Zuerst muss Bitcoin sein bisheriges Allzeithoch klar überwinden. Erst wenn dieser Ausbruch gelingt, könnte laut dem Analysten eine neue Aufwärtswelle starten, die nach und nach den gesamten Markt erfasst. In seinem bullischen Szenario hält er sogar Kurse von über 250.000 US Dollar für möglich, teils ist auch von 300.000 US Dollar die Rede.
Als Begründung zieht er historische Zyklen heran und verweist auf Ähnlichkeiten mit dem Verlauf aus dem Jahr 2012: Auf einen starken Anstieg folgten damals eine Korrektur und eine scheinbare Erholung, bevor es noch einmal deutlich tiefer ging. Erst danach kam die große Rally, die schließlich in einen stark beschleunigten Anstieg überging.
Marktkapitalisierung: von 2,5 auf bis zu 10 Billionen US Dollar?
Auch beim Gesamtmarkt erwartet der Analyst im positiven Fall einen deutlichen Sprung. Ausgehend von rund 2,5 Billionen US Dollar Gesamtmarktwert sieht er Potenzial für 8 bis 10 Billionen US Dollar. Das wäre eine Verdreifachung bis Vervierfachung gegenüber dem heutigen Niveau.
Für viele Anleger ist dabei vor allem die mögliche Kapitalrotation spannend. Nach dieser Logik fließt Geld zuerst in Bitcoin, dann zieht Ethereum nach, und erst danach wandert Liquidität in Mid Caps und kleinere Altcoins. In der späten Phase eines Zyklus hätten in der Vergangenheit oft auch Memecoins besonders stark reagiert, weil dann mehr Risikoappetit in den Markt kommt.
Altcoin Rally möglich, aber das bleibt Spekulation
Ein weiterer Analyst, Crypto Patel, stützt die optimistische Sicht mit einem Blick auf das Verhältnis OTHERS/BTC, also Altcoins außerhalb der Top Projekte im Vergleich zu Bitcoin. Laut seiner Einschätzung ist dieses Verhältnis an ein wichtiges Unterstützungsniveau zurückgekehrt. In früheren Zyklen seien nach ähnlichen Situationen 2017 und 2021 Anstiege von 423 Prozent beziehungsweise 503 Prozent gefolgt. Für den aktuellen Zyklus stellt er sogar ein mögliches Plus von 702 Prozent in den Raum.
Trotzdem gilt: Diese Prognosen basieren auf historischen Mustern und Annahmen. Der entscheidende Auslöser wäre ein überzeugender Ausbruch von Bitcoin über das Allzeithoch und eine neue Phase der Preisfindung. Erst dann könnte sich die erwartete Dynamik über Ethereum in Richtung kleinerer Altcoins verlagern. Wer darauf setzt, sollte im Blick behalten, dass es sich weiterhin um ein spekulatives Szenario handelt, mit entsprechendem Risiko.