XRP erlebt einen deutlichen Rückzug am Derivatemarkt. Das Open Interest ist innerhalb von weniger als einem Monat von rund 1,128 Milliarden auf nur noch 871 Millionen US-Dollar gefallen. Damit sind offene Positionen im Wert von etwa 257 Millionen Dollar verschwunden. Gleichzeitig kämpft XRP nach dem jüngsten Abverkauf weiter um die Marke von 1,30 Dollar.
Der Zeitpunkt ist entscheidend: XRP wird aktuell bei rund 1,30 Dollar gehandelt und liegt trotz einer leichten Tageserholung von etwa 2 Prozent auf Wochensicht noch rund 7,2 Prozent im Minus. Die Handelsspanne der vergangenen 24 Stunden reicht von etwa 1,25 bis 1,31 Dollar. Damit rückt die Unterseite dieser Zone zunehmend in den Fokus.
257 Millionen Dollar verschwinden aus dem XRP-Derivatemarkt
Laut Daten von CryptoQuant sank das gesamte Open Interest bei XRP von 1,128 Milliarden Dollar Ende August auf etwa 871 Millionen Dollar. Besonders deutlich ist der Rückgang auf den großen Krypto-Börsen.
Auf Binance fiel das Open Interest von rund 558 Millionen auf 423 Millionen Dollar. Bei Bybit ging es von 379 Millionen auf etwa 291 Millionen Dollar zurück. OKX verzeichnete einen Rückgang von 125 Millionen auf rund 107 Millionen Dollar.
Damit wird ein großer Teil des Hebels abgebaut, der während der vorherigen XRP-Rallye aufgebaut worden war. Das kann mehrere Gründe haben: Trader können Positionen freiwillig geschlossen haben, Gewinne oder Verluste realisiert haben oder während stärkerer Kursbewegungen liquidiert worden sein.
Wichtig ist jedoch: Sinkendes Open Interest zeigt nicht, ob vor allem Long- oder Short-Positionen verschwunden sind. Die Kennzahl misst zunächst lediglich den Umfang noch offener Derivatepositionen. Ein Rückgang bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Trader geschlossen bärisch auf XRP setzen.
Warum 1,25 bis 1,30 Dollar jetzt zur Schlüsselzone wird
Brisant wird der Rückgang beim Open Interest vor allem in Kombination mit der Kursentwicklung. Noch am 14. September notierte XRP bei etwa 1,42 Dollar. Einen Tag später fiel der Schlusskurs auf rund 1,28 Dollar. Zuvor war XRP mehrfach im Bereich von 1,40 bis 1,45 Dollar gehandelt worden.
Die kurzfristige Lage hat sich damit sichtbar verschlechtert. Aktuell versucht XRP, sich oberhalb des Bereichs zwischen 1,25 und 1,30 Dollar zu stabilisieren.
Hält diese Zone und zieht gleichzeitig das Handelsinteresse wieder an, wäre zunächst eine Rückeroberung des Bereichs um 1,33 bis 1,35 Dollar wichtig. Erst oberhalb von rund 1,42 bis 1,45 Dollar würde sich das zuletzt beschädigte Chartbild deutlicher aufhellen.
Fällt XRP dagegen nachhaltig unter das aktuelle 24-Stunden-Tief bei rund 1,25 Dollar, wäre die laufende Stabilisierung erneut gefährdet. Entscheidend wäre dann, ob Käufer schnell zurückkehren oder sich der Kurs auf tieferem Niveau eine neue Unterstützungszone suchen muss.
Weniger Hebel kann auch eine Chance für XRP sein
Der Einbruch beim Open Interest wirkt zunächst negativ, muss langfristig aber nicht ausschließlich bearish interpretiert werden. Stark gehebelte Märkte können besonders anfällig für Liquidationsketten sein. Werden überfüllte Positionen vorher abgebaut, sinkt auch ein Teil dieses Risikos.
Genau darin liegt derzeit der Konflikt: Einerseits fehlen XRP rund 257 Millionen Dollar an offenen Derivatepositionen gegenüber Ende August. Das spricht für deutlich weniger spekulative Aktivität. Andererseits kann diese Bereinigung eine stabilere Ausgangslage schaffen, sofern am Spotmarkt wieder genügend Nachfrage entsteht.
Für Anleger zählt deshalb nicht allein, ob das Open Interest wieder steigt. Entscheidend ist die Kombination aus Kurs, Handelsvolumen und Derivatedaten. Steigendes Open Interest bei einem stabilen oder steigenden XRP-Kurs wäre deutlich konstruktiver als ein erneuter Aufbau hoher Hebelpositionen während fallender Kurse.
Kurzfristig bleibt die Zone zwischen 1,25 und 1,30 Dollar damit der wichtigste Bereich. Hält sie, bleibt eine Erholung in Richtung 1,33 bis 1,35 Dollar möglich. Bricht sie deutlich, erhöht sich dagegen das Risiko eines neuen Abverkaufs.
Für XRP entscheidet jetzt vor allem, ob nach dem massiven Abbau der Hebelpositionen echte Käufer zurückkehren.
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