Ethereum unter Druck: 547 Mio. Dollar in DeFi bedroht

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Ethereum unter Druck: 547 Mio. Dollar in DeFi bedroht (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Nicht der Kursrückgang selbst ist das eigentliche Problem für Ethereum – es ist das, was er in den DeFi-Protokollen auslöst. Nach dem Wochenend-Crash droht eine ganze Kaskade an Zwangsliquidationen, die den Markt zusätzlich unter Druck setzen könnte.

Aktuell notiert ETH bei rund 1.769 Dollar und hat sich damit etwas vom Wochentief bei 1.545 Dollar erholt. Doch auf Sieben-Tages-Sicht steht weiterhin ein Minus von rund zwölf Prozent, seit Jahresanfang hat Ethereum sogar mehr als 41 Prozent verloren.

Liquidationskarte zeigt das eigentliche Risiko

Der Absturz am Samstag von rund 1.770 auf zwischenzeitlich unter 1.550 Dollar hat bereits erste Spuren hinterlassen. Etwa 21.540 ETH im Wert von rund 34 Millionen Dollar wurden in dezentralen Kreditprotokollen zwangsliquidiert. Das ist allerdings nur der Anfang dessen, was passieren könnte.

Laut Liquidationsdaten von Lookonchain stehen weitere 343.075 ETH – rund 547 Millionen Dollar – unter Druck, sollte ETH erneut nachgeben. Die nächsten kritischen Schwellen liegen bei 1.566 und 1.555 Dollar, wo Positionen im Umfang von 46.741 bzw. 58.032 ETH zur Liquidation anstehen. Tiefer im Chart lauern weitere Cluster bei 1.426 und 1.362 Dollar. Diese Preisniveaus sind damit weit mehr als reine Chartmarken – sie sind operative Schwellen für Liquidatoren und Smart Contracts.

Futures und DeFi verstärken sich gegenseitig

Der Verkaufsdruck kommt derzeit von zwei Seiten gleichzeitig: Allein in den vergangenen 24 Stunden wurden laut Coinglass rund 429 Millionen Dollar an Ethereum-Positionen liquidiert, davon 371 Millionen Dollar Long-Positionen. Gehebelte Bullen werden gleich doppelt getroffen – einmal über die Futures-Märkte, einmal über automatische Kollateralverkäufe aus DeFi-Protokollen.

Damit war es die schlechteste Krypto-Woche seit dem FTX-Kollaps im November 2022. Bitcoin verlor rund 17 Prozent, Ether sogar 22 Prozent. Der gesamte Kryptomarkt schrumpfte um etwa 390 Milliarden Dollar, und knapp 7 Milliarden Dollar an gehebelten Positionen wurden zwangsliquidiert – davon allein 5,7 Milliarden in Long-Positionen.

Aave und Sky im Fokus

Besonders im Risikobereich befinden sich aktuell Positionen auf Aave V3 sowie auf Sky, dem Nachfolgesystem von MakerDAO. Bei Aave droht die Liquidation, sobald der Health Factor unter 1 fällt. Bei Sky greifen Kollateralauktionen, sobald Oracle-Schwellen unterschritten werden. Viele gefährdete Positionen haben Health Factors zwischen 1,03 und 1,19 – der Puffer ist also extrem dünn. Schon kleine Bewegungen im ETH-Kurs oder verzögerte Orakel-Updates können hier die nächste Liquidationswelle auslösen.

Einordnung: ETF-Abflüsse bieten keine Unterstützung

Anders als in früheren Korrekturen fängt institutionelles Kapital den Rückgang aktuell nicht ab. Die US-Spot-Ether-ETFs verzeichneten am 5. Juni Nettoabflüsse von knapp 6 Millionen Dollar, die Bitcoin-ETFs gleichzeitig sogar 326 Millionen Dollar. Auch wenn die ETH-Abflüsse für sich genommen überschaubar sind, fällt damit eine wichtige Kaufquelle weg – ausgerechnet in einer Phase, in der der Markt sie dringend bräuchte. Das Gewicht verschiebt sich vollständig auf Spot- und Derivatemärkte, was die Volatilität tendenziell weiter erhöht.

Ausblick: 1.566 Dollar als Schicksalslinie

Technisch ist der Markt heillos überverkauft: Der RSI steht bei 18 und damit tief im roten Bereich. Eine technische Gegenbewegung ist also durchaus möglich – die Frage ist nur, ob sie kommt, bevor weitere DeFi-Liquidationen den Markt erneut nach unten reißen.

Entscheidend wird die Verteidigung der Marken bei 1.566 und 1.555 Dollar. Gelingt das, dürfte der Zwangsdruck spürbar nachlassen, und ETH hätte die Chance auf eine technische Erholung. Bricht der Kurs jedoch erneut ein, rückt der Cluster bei 1.426 Dollar unmittelbar in den Fokus – ein Niveau, das den Liquidationsdruck noch einmal massiv erhöhen würde. Für ETH-Anleger heißt das in den kommenden Tagen: jeden Dollar genau im Auge behalten.

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