Altcoins am Langzeit-Boden: Rotation möglich, Signale fehlen

Altcoins am Langzeit-Boden: Rotation möglich, Signale fehlen
Altcoins am Langzeit-Boden: Rotation möglich, Signale fehlen (Foto KI generiert)
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Altcoins haben in den letzten Jahren im Vergleich zu Bitcoin deutlich an Boden verloren. Kein Wunder also, dass viele in der Szene schnell sagen: „Altcoin-Season ist tot.“ Eine neue Langzeit-Auswertung des Analysten Cryptollica deutet aber darauf hin, dass Altcoins gerade an einem Punkt stehen könnten, an dem frühere große Rotationen bereits begonnen haben, auch wenn derzeit noch kein klarer Ausbruch zu sehen ist.

Altcoin-Dominanz: Zurück am langfristigen „Boden“

Cryptollica schaut auf ein Verhältnis, das viele Trader für Rotationen nutzen: die gesamte Marktkapitalisierung der Coins außerhalb der Top 10 im Vergleich zu Bitcoin. Diese Perspektive reicht in seiner Darstellung bis 2016 zurück und markiert zwei bekannte Phasen, in denen Altcoins stark gegenüber Bitcoin zulegen konnten: 2017 und 2021.

Der spannende Punkt: Laut dieser Struktur ist die Altcoin-Dominanz nicht einfach nur über Jahre „abgestürzt“. Stattdessen bewegt sie sich seit 2017 in einem steigenden Kanal. Die obere Begrenzung wurde nahe der großen Zyklus-Hochs (2018 und 2021) berührt, während die untere Begrenzung wiederholt als eine Art langfristiger Boden fungierte, genau in Phasen, in denen Altcoins gegenüber Bitcoin schwach waren.

Und genau dort befindet sich der Markt laut der Grafik derzeit erneut: nahe der unteren Kanalgrenze. Das erinnert an die Zone, die sich vor der Altcoin-Rotation 2021 gebildet hat. Das ist kein Beweis für eine kommende Altseason, aber es widerspricht zumindest der These, Altcoins seien „endgültig erledigt“.

Was noch fehlt: Die Bestätigung durch Bitcoin und Ethereum

Aktuell sieht die Datenlage für Altcoin-Fans trotzdem eher zäh aus: Bitcoin dominiert laut CoinMarketCap rund 59,9% des gesamten Kryptomarkts. Der bekannte Altcoin Season Index liegt bei 38, weit entfernt von den 75 Punkten, die oft als klare Altseason-Bestätigung gelten.

Historisch kam eine starke Altcoin-Phase meist erst dann, wenn Bitcoin-Dominanz beginnt zu fallen. Genau diese „Rolle rückwärts“ bei der Bitcoin-Dominanz wäre der Auslöser, der Kapital in breitere Altcoin-Segmente schieben kann.

Cryptollica und ähnliche Modelle verweisen außerdem auf zwei typische Vorboten, die in früheren Zyklen wichtig waren:

  • ETH/BTC findet einen Boden: In früheren Rotationen drehte Ethereum gegenüber Bitcoin oft zuerst, bevor der breite Altcoin-Markt folgte. Dieses Signal ist laut dem Artikel derzeit noch nicht eindeutig da.
  • Mehr Stablecoin-Liquidität: Wachsende Liquidität kann „Treibstoff“ sein, aber sie reicht nicht allein. Das Geld muss auch tatsächlich Richtung Altcoins fließen, und dafür braucht es meist einen Richtungswechsel bei der Dominanz von Bitcoin.

Unterm Strich wirkt die Lage deshalb eher wie ein Wartebereich als wie ein bestätigter Startschuss.

Die mögliche Route: Ausbruch nach oben statt „Altcoins sind tot“

Zum Zeitpunkt der Analyse liegt die Dominanz der Altcoins außerhalb der Top 10 grob bei etwa 0,10 der Bitcoin-Marktkapitalisierung. Die Projektion von Cryptollica zielt darauf ab, dass dieses Verhältnis aus dem unteren Bereich nach oben ausbricht und langfristig wieder Richtung obere Trendlinie läuft.

Falls das passiert, würde das laut der genannten Spanne bedeuten: Die Marktkapitalisierung der Altcoins außerhalb der Top 10 könnte sich in Richtung 0,6 bis 0,8 der Bitcoin-Marktkapitalisierung bewegen. Das wäre ein klarer Hinweis auf eine breitere Kapitalrotation. Bis dahin bleibt es jedoch bei einer Möglichkeit, nicht bei einer Gewissheit, denn aktuell fehlen noch die klassischen Bestätigungssignale aus früheren Zyklen.

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