XRP steht laut mehreren vielbeachteten Analysten an einem technisch entscheidenden Punkt. Sowohl auf dem Monats- als auch auf dem Tageschart verdichtet sich die Struktur zunehmend – ein klassisches Setup, das historisch häufig in einer impulsiven Bewegung endet. Ob diese Auflösung nach oben gelingt, hängt jedoch klar an wenigen, gut definierbaren Schlüsselzonen.
Sowohl Matt Hughes (bekannt als The Great Mattsby) als auch Charting Guy beschreiben das aktuelle Marktbild als kontrollierte Volatilitätskompression mit bullischem Bias – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass zentrale High-Timeframe-Supports halten.
Monatschart: XRP verteidigt langfristigen Trend
Der Kern von Mattsbys Argumentation liegt auf dem Monatschart. XRP hat den 20-Monats-Moving-Average sauber verteidigt und von dort aus nach oben reagiert. Gleichzeitig ziehen sich die Bollinger-Bänder weiter zusammen – ein klassisches Zeichen dafür, dass der Markt Energie aufbaut.
$XRP had a perfect bounce off the 20-month MA, while the upper and lower bands continue to contract—setting up for its next explosive move higher.
— The Great Mattsby (@matthughes13) January 4, 2026
It's crazy how many people are bearish right at major high-time-frame support. https://t.co/HjMpoURhBq pic.twitter.com/w4V7M6hxV2
Mattsby spricht hier bewusst von einem Spannungszustand: Während viele Marktteilnehmer in dieser Phase bearish werden, sieht er gerade darin ein typisches Muster vor größeren Bewegungen. Seine Kernaussage ist klar: XRP befindet sich an einem langfristig relevanten Support, nicht in einem Breakdown.
Technisch betrachtet notiert XRP aktuell oberhalb der Bollinger-Basis. Der obere Bandbereich liegt im Bereich um 3,5 US-Dollar und stellt das erste realistische Ziel dar, falls sich die Volatilität nach oben entlädt. Wichtig: Das ist kein Fantasie-Target, sondern schlicht die Oberkante des aktuellen Volatilitätsrahmens.
Historische Parallele: 2017 als strukturelles Vorbild
Mattsby zieht explizit Parallelen zum Zyklus 2017. Damals konsolidierte XRP über Monate seitwärts, testete den 20-Monats-MA und leitete erst danach die finale Aufwärtsbewegung ein. Seine These: Das Muster wiederholt sich strukturell, wenn auch zeitlich gestreckter.
Der kurzfristige Bruch des 20-Monats-MA während des Liquidationsereignisses im Oktober wird dabei nicht als Trendbruch gewertet, sondern als klassischer „Flush“. Entscheidend ist, dass XRP anschließend oberhalb dieses gleitenden Durchschnitts geblieben ist und dort konsolidiert.
Tageschart: Wyckoff-Re-Accumulation mit klaren Bedingungen
Während der Monatschart den Rahmen liefert, geht Charting Guy deutlich granularer vor und nutzt ein Wyckoff-Re-Accumulation-Modell auf dem Tageschart.
Sein Ansatz ist weniger emotional, dafür umso strukturierter. Aktuell sieht er XRP in einer Phase, in der Restangebot abgebaut wird. Die Zone um 2,08 US-Dollar fungiert dabei als kritischer Schaltpunkt. Sie ist kein sicherer Support, sondern ein Level, das XRP aktiv zurückerobern und verteidigen muss.
Ein kurzfristiger Rücksetzer unter dieses Niveau wäre technisch noch akzeptabel. Entscheidend ist, dass sich anschließend ein höheres Tief ausbildet – der sogenannte Last Point of Support (LPS). Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, wäre der Markt reif für den nächsten strukturellen Schritt.
Der Weg nach oben: Sequenz statt Sprung
Charting Guy macht keinen Hehl daraus, dass ein bullisches Szenario mehrstufig ist. Nach der Stabilisierung über 2,08 US-Dollar erwartet er zunächst einen Anlauf an die obere Begrenzung des fallenden Kanals („Creek“). Dort ist mit Widerstand zu rechnen, gefolgt von einem kontrollierten Rücklauf.
Erst wenn XRP diesen Rücklauf besteht und erneut Stärke zeigt, kommt der eigentliche Ausbruch – der Jump Across The Creek. Das nächste große technische Ziel liegt dann im Bereich um 3,40 US-Dollar, wo eine weitere Konsolidierung wahrscheinlich ist.
Gelingt auch dort die Akzeptanz, öffnet sich aus Sicht des Modells der Raum für eine finale Markup-Phase mit einem theoretischen Ziel im Bereich um 8 US-Dollar. Wichtig: Dieses Ziel ist kein kurzfristiger Call, sondern das Endpunkt-Szenario einer vollständig validierten Struktur.
Fazit: XRP ist konstruktiv – aber nicht bestätigt
Unterm Strich zeigen beide Analysen dasselbe Bild aus unterschiedlichen Zeitebenen: XRP ist nicht schwach, sondern technisch angespannt. Die Voraussetzungen für eine größere Bewegung sind vorhanden, aber sie sind an Bedingungen geknüpft.
Solange XRP den Bereich um den 20-Monats-MA auf dem Monatschart hält und im Tageschart schrittweise zentrale Level zurückerobert, bleibt das bullische Szenario intakt. Ein impulsiver Ausbruch ohne diese Vorarbeit wäre dagegen eher verdächtig als gesund.
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