100 Mio. LAB weg: Bitget gerät wegen Vorwürfen unter Druck

100 Mio. LAB weg: Bitget gerät wegen Vorwürfen unter Druck
100 Mio. LAB weg: Bitget gerät wegen Vorwürfen unter Druck (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Die Kryptobörse Bitget gerät erneut unter Druck: On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass innerhalb weniger Stunden riesige Mengen des Tokens LAB von der Plattform abgezogen wurden. Gleichzeitig verschärft der bekannte Blockchain-Ermittler ZachXBT seine Vorwürfe und spricht von möglichen Manipulationsmustern, die Kleinanleger benachteiligen könnten.

Lookonchain meldet massive LAB-Abflüsse von Bitget

Laut dem On-Chain-Tracker Lookonchain haben zehn neu angelegte Wallets innerhalb eines 12-Stunden-Fensters insgesamt 100 Millionen LAB-Token von Bitget abgehoben. Der Gegenwert lag demnach bei rund 480,33 Millionen US-Dollar. Besonders brisant: Diese Menge soll etwa 32,26% des umlaufenden LAB-Angebots ausmachen.

Solche Abflüsse sind nicht automatisch ein Beweis für Fehlverhalten. Sie sind aber oft ein Warnsignal, weil große Bewegungen von wenigen Wallets den Eindruck verstärken können, dass ein kleiner Kreis den Markt stark beeinflusst, etwa durch koordiniertes Kaufen, Verkaufen oder das Verschieben von Token zwischen Börsen und privaten Wallets.

ZachXBT erhöht den Druck und nimmt Bitget ins Visier

ZachXBT kritisiert Bitget inzwischen nicht mehr nur wegen LAB, sondern grundsätzlich wegen der Rolle, die die Börse bei auffälligen Trading-Mustern spielen könnte. Auf X griff er Bitget scharf an und behauptete, die Börse lasse derartige Vorgänge zu, solange sie davon profitiere. In seinem Post stellte er zudem die Führung der Plattform in den Mittelpunkt seiner Attacken.

Der Streit schwelt bereits seit Tagen. ZachXBT hatte zuvor öffentlich nach Updates zu einer früheren Bitget-Untersuchung rund um den Token RAVE gefragt. Im April hatte Bitgets CEO Gracy Chen auf damalige Vorwürfe erklärt, man habe mit der Untersuchung des sogenannten RAVE-Vorfalls begonnen. Laut ZachXBT sei danach jedoch kein öffentliches Ergebnis nachgereicht worden.

Nun verbindet ZachXBT die offene RAVE-Frage mit den LAB-Vorwürfen. Sein Kernpunkt: Wenn bei einem Projekt der Verdacht auf Manipulation im Raum steht und die Aufklärung ausbleibt, leidet am Ende die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche, vor allem bei Privatanlegern.

Was hinter den Manipulationsvorwürfen steckt

Im Mittelpunkt der Anschuldigungen steht die Frage, wie stark das LAB-Angebot konzentriert ist und wie Token kurz vor starken Kursbewegungen auf Börsen bewegt wurden. Der Analyst SpecterAnalyst, auf dessen Thread sich ZachXBT bezieht, behauptet unter anderem, dass Wallets mit möglicher Team-Nähe große Bestände gehalten und diese in mehreren Schritten zu Börsen transferiert hätten.

Konkret geht es um Einzahlungen in Millionenhöhe: So soll am 8. April eine Wallet, die dem LAB-Team zugerechnet wird, 40 Millionen LAB zu Bitget geschickt haben. Außerdem heißt es, dass etwa eine Woche vor dem Kursanstieg ab dem 1. Mai weitere 96 Millionen LAB auf Bitget eingezahlt worden seien. SpecterAnalyst wertet das als abgestimmtes Verhalten und verweist dabei auf Wallet-Clustering, Gas-Fee-Muster und zusätzliche Transfers, unter anderem zu Gate und Bitget.

Wichtig ist: Das sind bislang Vorwürfe, die auf On-Chain-Interpretationen beruhen, nicht auf einer offiziellen Untersuchung durch eine Börse oder eine Aufsichtsbehörde. ZachXBT treibt die Recherche dennoch weiter voran. Er setzte eine Belohnung von 10.000 US-Dollar aus für Belege, die eine Manipulation belegen könnten, etwa Insider-Informationen zu Market Makern, Verträgen, Chatprotokollen oder Identitätsdetails zum LAB-Gründer, der unter dem Namen Vova Sadkov bekannt sein soll.

Am Rande sorgt ein weiterer Punkt für Diskussionen: ZachXBT stellte auch die Anreizstruktur zentraler Börsen infrage. Hohe Handelsvolumina bringen Gebühren, aber wenn diese Volumina durch fragwürdige Muster entstehen, kann das für Retail-Trader teuer werden. Er erwähnte außerdem, dass perps beziehungsweise Derivatemärkte bei anderen großen Plattformen als mögliche Quelle verwandter Aktivitäten in Betracht kommen könnten.

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag der Bitget-Token (BGB) bei etwa 2,11 US-Dollar.

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