Hoskinson warnt: Cardano droht zentrale Web3-Abhängigkeit

Hoskinson warnt: Cardano droht zentrale Web3-Abhängigkeit
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Cardano Gründer Charles Hoskinson warnt, dass die nächste Entwicklungsphase des Netzwerks an einem entscheidenden Punkt steht. In einem aktuellen Livestream sagte er, Cardano müsse weniger über abstrakte Dezentralisierung reden und stattdessen ein konkretes Problem lösen, das fast die gesamte Krypto Branche betrifft, die Abhängigkeit von zentralen Diensten außerhalb der Blockchain.

Hoskinson, Web3 und die unbequeme Wahrheit über Infrastruktur

Hoskinson bezog sich in seinem Stream aus Wyoming auf den Essay „My First Impressions of Web3“ von Moxie Marlinspike, dem Mitgründer von Signal. Er nennt den Text einen wichtigen Auslöser dafür, BlockFrost zu übernehmen, weil Marlinspike seiner Meinung nach die „unbequemen Wahrheiten“ hinter vielen Web3 Versprechen klar benannt habe.

Der Kern der Kritik, Nutzer wollen keine eigenen Server betreiben, Protokolle entwickeln sich langsam, und viele angeblich dezentrale Anwendungen hängen am Ende doch an zentralen Firmen, die den Zugang und die Nutzeroberflächen bereitstellen. Marlinspike beschreibt dabei die Gefahr, dass sich ein verteiltes System aus Bequemlichkeit um eine Plattform herum zentralisiert. Dann habe man das Schlechteste aus beiden Welten, zentrale Kontrolle, aber gleichzeitig genug Komplexität, um langsam und schwerfällig zu bleiben.

Hoskinson betonte, dass Cardano davon nicht ausgenommen sei. Auf die Frage, ob Cardano anders sei, antwortete er sinngemäß, nein, genau das sei die unangenehme Wahrheit. Auch hier gebe es kritische Teile, die außerhalb der Blockchain liegen und damit neue Engpässe schaffen können.

Warum Midnight zuerst kommt und was BlockFrost werden soll

Aus der Diagnose leitete Hoskinson eine klare Priorität ab. Zuerst müsse Midnight kommen, weil es die kryptografischen Grundlagen für ein besseres Vertrauensmodell liefern soll. Dabei nannte er unter anderem Multi Party Computation, Zero Knowledge Kryptografie und Trusted Execution Environments. Sein Punkt, bessere Kryptografie und Privatsphäre helfen zwar, lösen aber nicht automatisch das Infrastrukturproblem.

Genau hier verortet er die langfristige Aufgabe von BlockFrost. Das Unternehmen soll sich nach seinen Worten zu einem dezentralen Infrastruktur Netzwerk entwickeln, also zu einer Art Gegenstück zu zentralen Web3 Service Plattformen wie Alchemy. BlockFrost solle eine Lösung sein, die auch philosophisch zu Dezentralisierung passt, weil Entwickler und Nutzer dann weniger auf einzelne Firmen angewiesen wären, die Hosting, Indexing und Schnittstellen kontrollieren.

Zur Einordnung verwies Hoskinson auf die wirtschaftliche Macht solcher Anbieter. Er erinnerte an eine Finanzierungsrunde aus dem Jahr 2022, bei der Alchemy nach einer Kapitalaufnahme von 200 Millionen US Dollar mit rund 10 Milliarden US Dollar bewertet wurde. Für ihn zeigt das, wo in der Praxis oft die Hebel liegen, nicht unbedingt direkt auf der Chain, sondern bei den Unternehmen, die den Zugang zur Chain organisieren und damit die Nutzererfahrung prägen.

Was das mit Cardanos Treasury Abstimmungen zu tun hat

Hoskinson verknüpfte seine Argumentation auch mit den aktuellen Debatten rund um die Cardano Treasury und die Community Abstimmungen. Die zur Abstimmung stehenden Vorschläge seien aus seiner Sicht keine zufälligen Einzelprojekte, sondern Teil eines größeren Plans. Ziel sei eine durchgehende Strategie, die den Anwendungsbereich stärker dezentralisiert, die Skalierung verbessert, die Anbindung an andere Systeme vorantreibt und vor allem Off Chain Infrastruktur aufbaut, ohne am Ende nur neue Web2 Nadelöhre zu schaffen.

Er machte dabei klar, dass es immer einen Off Chain Anteil geben werde. Genau das störe ihn, wenn gleichzeitig Anreize entstehen, dass Unternehmen diesen Off Chain Teil übernehmen und damit die Nutzererfahrung definieren. Zum Zeitpunkt des Berichts lag der ADA Kurs bei etwa 0,25 US Dollar.

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