Rund um XRP flammt erneut Spekulation auf, diesmal mit Blick auf eine alte Frage: Was passiert, wenn SWIFT seine Zahlungsinfrastruktur modernisiert und dabei verstärkt mit Technologien in Berührung kommt, die auch für blockchainbasierte Abwicklung genutzt werden? Ein Beitrag des DropCoin Entwicklers Bird auf X vom 10. März bringt die Debatte wieder in Gang. Seine These: Der Markt könnte unterschätzen, wie stark ISO 20022, Tokenisierung und neue Shared Ledger Konzepte langfristig den Nutzen des XRP Ledgers im institutionellen Finanzsystem erhöhen könnten.
SWIFT, ISO 20022 und die Trennung von Messaging und Settlement
Wichtig ist: Bird behauptet nicht, dass SWIFT sein eigenes Netzwerk durch XRP oder den XRP Ledger ersetzen will. Stattdessen beschreibt er eine Entwicklung, die in der Branche schon länger diskutiert wird, nämlich die zunehmende Trennung von Kommunikation und tatsächlicher Wertabwicklung.
In diesem Bild bleibt SWIFT vor allem die koordinierende Schicht, also das sichere Messaging System, über das Banken miteinander kommunizieren. Die eigentliche Abwicklung von Wert könnte aber über andere Schienen laufen, zum Beispiel über spezialisierte Blockchain Netzwerke. Bird begründet seine Sicht damit, dass SWIFT in den vergangenen Jahren immer wieder Experimente und Pilotprojekte gezeigt habe, in denen Blockchain Partner eine Rolle spielen, etwa bei grenzüberschreitenden Zahlungen, Tokenisierung und Interoperabilität.
Warum das aus Sicht mancher bullish für XRP sein könnte
Bird stützt seine Argumentation nicht auf ein einzelnes Gerücht, sondern auf Überschneidungen. Er verweist darauf, dass einige Unternehmen, die in SWIFT nahen Blockchain Tests auftauchen, auch Verbindungen zu Ripple haben oder bereits Infrastruktur nutzen, die an den XRP Ledger andocken könnte. Das sei kein Beweis für eine künftige Integration, aber aus seiner Sicht genug, um das Szenario nicht vorschnell auszuschließen.
Als zweiten Baustein nennt er die ISO 20022 Umstellung, die er als eine der größten Modernisierungen in der SWIFT Geschichte bewertet. Moderne Messaging Standards treffen seiner Einschätzung nach auf einen Finanzmarkt, der sich immer stärker in Richtung tokenisierte Assets, schnellere Abwicklung und vernetzte Liquiditätsnetzwerke bewegt. Dadurch, so Bird, könne die Diskussion zu sehr daran hängen bleiben, ob SWIFT direkt XRP nutzt, statt die Möglichkeit zu betrachten, dass Blockchain basierte Settlement Schichten parallel zur SWIFT Messaging Ebene entstehen.
In einem hybriden Modell könnte SWIFT weiterhin die Kommunikation zwischen Banken orchestrieren, während Institute Werte über tokenisierte Assets auf Netzwerken wie dem XRP Ledger bewegen. In diesem Setup könnte XRP als neutrales Brücken Asset dienen, also als Liquiditäts, und Settlement Baustein zwischen verschiedenen Währungen und Systemen, während SWIFT die Nachrichten über ISO 20022 austauschen lässt.
Shared Ledger bei SWIFT als Signal, aber kein Beweis
Als stärkstes Indiz für die Richtung nennt Bird eine öffentliche Aussage von SWIFT, wonach ein blockchainbasiertes Shared Ledger in den Infrastruktur Stack aufgenommen werden soll. Ziel ist es, regulierte tokenisierte Werte onchain über ein Netzwerk von mehr als 11.500 Finanzinstituten bewegen zu können. Für Bird bestätigt das nicht, dass XRP eine Rolle bekommt, aber es stützt aus seiner Sicht die zentrale Annahme, dass SWIFT sich auf eine Welt vorbereitet, in der Tokenisierung und Blockchain Infrastruktur im Mainstream ankommen.
Gleichzeitig betont Bird ausdrücklich, dass er keine Insider Informationen habe und nicht wisse, wie eine finale Architektur aussehen könnte. Sein Beitrag ist daher keine Meldung über eine bevorstehende SWIFT, XRP Integration, sondern eher eine Interpretation der Anreize in der Branche und der technischen Entwicklung.
Zum Zeitpunkt des Berichts lag der XRP Kurs bei rund 1,3896 US Dollar.