„Big Print“ in 3–24 Monaten? Experte sieht Bitcoin-Schub

„Big Print“ in 3–24 Monaten? Experte sieht Bitcoin-Schub
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Ein neuer großer Impuls für Bitcoin könnte laut dem Krypto Experten John Haar nicht aus dem Kryptomarkt selbst kommen, sondern aus der Geldpolitik. Der Managing Director bei Swan Private erwartet, dass es in absehbarer Zeit wieder zu einer massiven Ausweitung der Geldmenge kommen könnte, also zu einem neuen „Big Print“, und genau das würde Bitcoin seiner Ansicht nach in die Karten spielen.

Warum ein neuer „Big Print“ Bitcoin helfen könnte

Im Gespräch mit Milk Road erinnert Haar an die Zeit der Corona Pandemie. Für ihn war die politische und geldpolitische Reaktion damals einer der klarsten Auslöser für die wachsende Bitcoin Nachfrage der letzten Jahre. Viele Menschen hätten zum ersten Mal sehr direkt erlebt, wie schnell Staaten und Notenbanken mit großen Programmen reagieren können, inklusive Stimulus Schecks und stark steigenden Zentralbankbilanzen.

Haar betont, dass diese Einschätzung nicht nur Theorie sei. Er berichtet von hunderten Gesprächen mit Kunden bei Swan, in denen genau dieses Erlebnis, nämlich die Corona Geldpolitik, häufig der Auslöser gewesen sei, sich erstmals ernsthaft mit Bitcoin zu beschäftigen. Er fragt neue Kunden nach ihrer „Bitcoin Story“ und hört dabei immer wieder das gleiche Muster: Wer die Corona Maßnahmen bewusst miterlebt hat, hat ein neues Gefühl für Fiat Risiken und Knappheit entwickelt.

Wichtig ist ihm dabei: Er will keinen akuten Alarm auslösen. Er sagt ausdrücklich, dass er nicht damit rechnet, dass so etwas „nächsten Monat“ passiert. Trotzdem hält er es für eine Frage der Zeit, bis das System wieder zu groß angelegter Geldschaffung greift.

Zeitrahmen und mögliche Auslöser

Haar rechnet damit, dass der nächste „Big Print“ in einem Fenster von drei bis 24 Monaten entstehen könnte. Als mögliche Auslöser nennt er eine ganze Reihe von Szenarien, die entweder einzeln oder gemeinsam Druck auf Politik und Zentralbanken ausüben könnten.

Dazu gehören eine Eskalation geopolitischer Konflikte bis hin zu großflächiger Mobilisierung, neue Spannungen im Bankensektor, Probleme im privaten Kreditmarkt oder auch eine Schieflage bei staatlichen Haushalten. Außerdem nennt er Pensionsprobleme bis hin zur Insolvenz als potenziellen Stressfaktor.

Auch technologische Umbrüche spielen in seiner Liste eine Rolle. Haar hält es für möglich, dass KI bedingte Jobverlagerungen größere wirtschaftliche Verwerfungen auslösen, die wiederum politische Gegenmaßnahmen nach sich ziehen. Zusätzlich verweist er auf strukturelle Gründe, etwa wachsende Sozialausgaben durch Programme wie Social Security, Medicaid, Medicare oder auch politische Maßnahmen wie Schuldenerlasse bei Studienkrediten. Als weiterer, historisch immer wieder relevanter Punkt kommen schwere Klima, oder Naturkatastrophen hinzu.

Der psychologische Faktor: Wenn die Erinnerung verblasst

Ein Teil seiner Argumentation ist weniger makroökonomisch, sondern psychologisch. Haar glaubt, dass viele Anleger mit zunehmendem zeitlichem Abstand zur Corona Krise wieder in eine Art Normalitätsdenken zurückfallen. Man vergesse, wie extrem die damalige Geldschöpfung und die fiskalische Reaktion tatsächlich waren. Das senke seiner Meinung nach nicht die Wahrscheinlichkeit neuer Eingriffe, es führe nur dazu, dass viele Marktteilnehmer mental schlechter darauf vorbereitet sind.

Zum Zeitpunkt der Aussagen lag der Bitcoin Kurs bei rund 70.861 US Dollar. Haar sieht Bitcoin weiterhin als Profiteur, falls es erneut zu einer groß angelegten geldpolitischen Intervention kommt.

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